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Die Errichtung eines zwischenstaatlichen Expertengremiums für Biodiversität und Ökosystemleistungen (Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services, IPBES) wurde 2010 an der 65. UNO-Generalversammlung beschlossen. Analog zum Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) wird das IPBES bestehendes Wissen zusammentragen und analysieren und so die wissenschaftlichen Grundlagen für internationale politische Entscheide zur Erhaltung der Biodiversität liefern. Wie der IPCC muss das neue Gremium unabhängig agieren und funktionieren und den Entscheidungsträgern Empfehlungen unterbreiten.
An ihrer Vollversammlung vom 16. bis zum 21. April 2012 in Panama werden die UNO-Mitgliedstaaten die institutionelle Ausgestaltung des IPBES präzisieren und ein erstes Arbeitsprogramm skizzieren. Auch die Frage, wo das Sekretariat seinen Sitz haben soll, steht auf der Traktandenliste.
Im Dienste der Staatengemeinschaft, der internationalen Abkommen und der Gesellschaft
Für die Schweizer Delegation soll das IPBES in erster Linie die konkreten Bedürfnisse der Staatengemeinschaft bezüglich Informationen über die Biodiversität abdecken. Das Gremium muss einerseits das Übereinkommen über die biologische Vielfalt sowie die übrigen multilateralen Abkommen auf diesem Gebiet unterstützen und andererseits die Gesellschaft über Themen im Bereich der Biodiversität informieren. Gemäss dem vom Bundesrat am 4. April 2012 genehmigten Mandat wird sich die Schweiz dafür einsetzen, dass die Strukturen des IPBES schlank und transparent gehalten werden.
Prioritäten setzen und Überblick verschaffen
Laut Arbeitsprogramm soll das Gremium über den Zustand der Biodiversität auf globaler Ebene Bericht erstatten, Modelle, Szenarien und Prognosen erarbeiten, die Kenntnisse über die Biodiversität und die Ökosystemfunktionen begutachten sowie Schwerpunkte bei Massnahmen zur besseren Vernetzung von Wissenschaft und Politik setzen. Nach Auffassung der Schweizer Delegation sollte das IPBES seine Arbeit so rasch wie möglich aufnehmen. Dabei geht es zunächst darum, Prioritäten zu setzen und sich einen Überblick über die bereits bestehenden Arbeiten zu verschaffen.
Diverse Offerten für Sitz des Sekretariats
Frankreich, Deutschland, Indien, Kenia und Südkorea haben Offerten für die Ansiedlung des zukünftigen Sekretariats eingereicht. Die Schweiz wird diejenige Kandidatur unterstützen, welche aus Effizienz- und Kostensicht am meisten Vorteile bietet.