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Die biologische Vielfalt - sie umfasst die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten, die genetische Vielfalt und die Vielfalt der Ökosysteme - ist eine zentrale Lebensgrundlage des Menschen (siehe Faktenblatt). Anlässlich der heutigen Medienkonferenz zum internationalen Tag der Umwelt sagte Bruno Oberle: „Die biologische Vielfalt ist ein natürlicher Reichtum, den wir hüten und entwickeln müssen.“ Sie liefert Holz, Textilien, Nahrung, Arzneimittel und chemische Grundstoffe; Sicherheit und Gesundheit sind von ihr abhängig.
Oberle betonte: „Solange die Nutzung unserer Umwelt nachhaltig erfolgt, steht sie nicht im Widerspruch zur Entwicklung der Biodiversität.“ Ein gutes Beispiel dafür bilden die Wälder in der Schweiz: Dank verschiedener Nutzungssysteme werden unterschiedliche Lebensräume geschaffen, in denen sich eine Vielfalt von Arten einrichten kann.
Bereits wurden mehrere Instrumente entwickelt, um die biologische Vielfalt in der Schweiz zu schützen (siehe Faktenblatt). Das Biodiversitätsmonitoring Schweiz (BDM) liefert eine wichtige Grundlage für die Überprüfung der Naturschutzmassnahmen. Es verfolgt die Entwicklung der Biodiversität in der Schweiz, unter anderem mit Feldaufnahmen auf über 2000 (siehe Kasten). Nach fünf Jahren Datensammlung bietet das BDM eine erste Bilanz über die Biodiversität in der Schweiz:
Das schweizerische Biodiversitätsmonitoring ist ein gutes Beispiel für die Umweltbeobachtung und -berichterstattung - zwei wichtige Pfeiler der Umweltpolitik. Jedes Jahr bietet der Internationale Tag der Umwelt die Gelegenheit, die neuesten Daten zum Zustand der Umwelt zu veröffentlichen und eine Bilanz der laufenden Massnahmen zu ziehen.
Das Biodiversitätsmonitoring Schweiz
Um die biologische Vielfalt unseres Landes langfristig zu überwachen, hat das Bundesamt für Umwelt BAFU vor fünf Jahren das Biodiversitätsmonitoring Schweiz BDM lanciert. Da es nicht möglich ist, die ganze Vielfalt zu erfassen, behilft sich das Programm mit 33 Indikatoren. Diese Kennzahlen repräsentieren wichtige und gut messbare Teilbereiche der Biodiversität. So wie der Dow-Jones-Index wirtschaftliche Tendenzen widerspiegelt, lassen die BDM-Indikatoren erkennen, wie sich die Natur entwickelt.
Für die Ermittlung der meisten Indikatoren greift das BDM aus Kostengründen auf bestehende Datenquellen zurück. Neu erhebt das Bundesprogramm hingegen auch die Artenvielfalt von ausgewählten Tier- und Pflanzenartengruppen: Blütenpflanzen, Farne, Moose, Brutvögel, Tagfalter und Schnecken. Dazu hat das BDM zwei flächendeckende Messnetze aufgebaut. Auf den insgesamt über 2000 Stichprobenflächen erheben besonders geschulte Biologinnen und Biologen alle fünf Jahre die Tier- und Pflanzenvielfalt.
Das BDM ist ein weltweit beispielhaftes Beobachtungsprogramm und ergänzt andere Erhebungen der Flora und Fauna wie etwa die Roten Listen. Mit seinem umfangreichen Stichprobennetz erfasst das Bundesprogramm insbesondere auch die „normale“ Landschaft - wie etwa das intensiv genutzte Siedlungs- oder Landwirtschaftsgebiet. Damit entsteht ein vollständiges Bild der Artenvielfalt in unserem Land.
Weitere Informationen zum BDM und seinen Erhebungen: Adrian Zangger, Koordinationsstelle BDM, Tel. 031 312 82 72 oder 079 668 15 86.