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Veröffentlicht am 29. Juni 2026

Energieverbrauch und Stromproduktion in der Schweiz

Der Energieverbrauch in der Schweiz basiert zu mehr als der Hälfte auf fossilen Brenn- und Treibstoffen. Elektrizität macht bereits ein Viertel des gesamten Energieverbrauchs aus, erneuerbare Energien werden zunehmend wichtiger. Die Hauptlieferanten von Strom sind in erster Linie Wasserkraft und Kernenergie. Hinzu kommt ein zunehmender Anteil erneuerbarer Technologien wie der Photovoltaik.

Energieverbrauch

Seit den 1950er Jahren ist der Energiebedarf der Schweiz stark gestiegen. Ab der Jahrtausendwende stabilisierte sich der Energieverbrauch, seit 2010 sinkt er trotz wachsender Bevölkerung und Wirtschaft.

Der Verkehr machte 2024 38 Prozent des Energieverbrauchs aus. Danach folgten Haushalte mit gut 27 Prozent sowie die Industrie und Dienstleistungen mit 18 respektive 16 Prozent.

Fast 60 Prozent der in der Schweiz verbrauchten Energie stammt aus importiertem Erdöl und Erdgas. Diese fossilen Energien werden primär für den Verkehr, Heizungen und die Industrie genutzt.

Bis 2050 soll die Schweiz klimaneutral sein. Um dieses Netto-Null-Ziel zu erreichen, müssen die fossilen Energien durch Strom ersetzt werden – der Energieverbrauch muss weitgehend elektrifiziert werden. Der dadurch steigende Strombedarf soll mit dem Ausbau erneuerbarer Energien (Wasser, Photovoltaik, Wind) gedeckt werden.

2024 war der Verkehrssektor für 38.1% des Energie-Endverbrauchs verantwortlich. Es folgten die Haushalte mit 27.4%, die Industrie mit 17.7% und Dienstleistungen mit 15.7%. Die statistische Differenz inklusive der Landwirtschaft machte 1.1% aus.

Gesamtenergiestatistik (Website des Bundesamts für Energie BFE)

Stromproduktion

Wasserkraft und Kernenergie sind die tragenden Säulen der Schweizer Stromversorgung.

Die Stromproduktion ist seit den 1950ern stark gewachsen. Damals stammte der in der Schweiz produzierte Strom fast vollständig aus Wasserkraft. Ab den 1960ern kam die Kernenergie hinzu. Diese zwei Erzeugerkategorien liefern noch heute den Grossteil des in der Schweiz produzierten Stroms. Seit einigen Jahren wächst vor allem der Anteil an Strom aus Photovoltaikanlagen. Der Anteil von Strom aus thermischen Kraftwerken bleibt seit Jahrzehnten gering.

Elektrizitätsstatistik (Website des Bundesamts für Energie BFE)

Energieträger

Wasserkraft

Die rund 1300 Wasserkraftanlagen sorgen für über die Hälfte der Schweizer Stromerzeugung. Die Speicherkraftwerke leisten zudem einen sehr hohen Beitrag zur Stabilisierung des Netzes, da sie gut plan- und steuerbar sind und eine saisonale Speicherung des Stroms ermöglichen. Die Laufwasserkraftwerke glätten als Lieferanten von Bandenergie – der Energie, die rund um die Uhr verbraucht wird – das Stromprofil.

All diese Faktoren machen die Wasserkraft insbesondere auch für die Winterstromversorgung besonders wertvoll. 2024 machte sie knapp 60 Prozent der Schweizer Stromproduktion aus.

Wasserkraft (Website des Bundesamts für Energie BFE)

Kernenergie

Die Kernenergie trägt bedeutend zur Schweizer Stromversorgung bei. 2024 lag ihr Anteil bei 28 Prozent. Da Kernkraftwerke (KKW) Bandenergie erzeugen, trägt die Kernenergie das ganze Jahr über massgeblich zu Versorgungssicherheit und Netzstabilität bei.

Für die vier Schweizer Kernkraftwerke in Beznau (zwei Reaktoren), Gösgen und Leibstadt gibt es keine Laufzeitbeschränkung: Sie können betrieben werden, solange sie sicher sind.

Der Bau neuer Kernkraftwerke ist seit 2017 verboten. Der Bundesrat hat vorgeschlagen, das Neubauverbot für Kernkraftwerke aufzuheben, das Parlament hat dem Vorhaben zugestimmt. Da das Referendum ergriffen wurde, wird das Stimmvolk voraussichtlich 2027 darüber entscheiden, ob das KKW-Neubauverbot aufgehoben wird.

«Kernkraftwerke Leibstadt und Gösgen: Betrieb bis 80 Jahre möglich» (Medienmitteilung, 13.05.2026)

Kernenergie (Website des Bundesamts für Energie BFE)

Für die Lagerung radioaktiver Abfälle soll ein geologisches Tiefenlager im Gebiet Nördlich Lägern in den Kantonen Aargau und Zürich entstehen. Dieses wird durch den Stilllegungs- und Entsorgungsfonds der Schweizer KKW-Betreiber finanziert. Der Bundesrat wird gegen Ende der 2020er Jahre über die Rahmenbewilligungen entscheiden und diese Entscheide der Bundesversammlung zur Genehmigung vorlegen. Diese Genehmigung untersteht dem fakultativen Referendum.

«Das geologische Tiefenlager soll in Nördlich Lägern und die Verpackungsanlage beim Zwilag gebaut werden» (Medienmitteilung, 12.09.2022)

Radioaktive Abfälle (Website des Bundesamts für Energie BFE)

Photovoltaik

Die Stromproduktion aus Photovoltaik hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Ende 2025 deckte sie bereits 14 Prozent des Stromendverbrauchs. Die Produktion erfolgt in erster Linie dezentral durch mehr als 300 000 Photovoltaikanlagen auf bestehender Infrastruktur, sprich auf Dächern und an Fassaden.

Die wachsende Bedeutung der Solarenergie in der Stromversorgung und die zunehmende Elektrifizierung von Wärme und Mobilität sind jedoch auch eine Herausforderung für die Stromnetze. Bisher wurde der Grossteil des Stroms von wenigen grossen und zentralen Kraftwerken produziert, zukünftig liefern vermehrt viele kleine und dezentrale Photovoltaik-Anlagen Strom.

Intelligente Lösungen wie die flexible Stromeinspeisung, das optimierte Laden von Elektrofahrzeugen und der zunehmende Einsatz von Batteriespeichern können dazu beitragen, dass Investitionen in den Ausbau des Stromnetzes reduziert oder verschoben werden können.

Solarenergie (Website des Bundesamts für Energie BFE)

Windenergie

In der Schweiz gibt es verschiedene Standorte, die für die Windenergie geeignet sind. Windenergieanlagen produzieren rund zwei Drittel des Stroms in der kalten Jahreszeit, was diese Technologie für die Winterversorgung besonders wertvoll macht.

Der Anteil der Windenergie an der Schweizer Stromproduktion ist derzeit noch gering – 2024 betrug er 0,2 Prozent – soll aber bis 2050 deutlich gesteigert werden. Bei neuen Windenergieanlagen gibt es aus Teilen der Bevölkerung jedoch oft Bedenken was das Landschaftsbild, Lärm und Naturschutz anbelangt.

Windenergie (Website des Bundesamts für Energie BFE)

Fossile Energien

Fossile Energien wie Brenn- und Treibstoffe aus Erdöl sowie Erdgas machen fast 60 Prozent des Energieverbrauchs aus, Kohle hingegen unter ein Prozent. Genutzt werden die fossilen Energien hauptsächlich für Mobilität, Heizung und industrielle Prozesse, die sehr hohe Temperaturen erfordern.

Bei der Schweizer Stromproduktion spielen fossile Energien mit weniger als zwei Prozent eine untergeordnete Rolle. Gas-Kombikraftwerke haben aber eine wichtige Funktion als Reservekraftwerke, sollte die Stromversorgung knapp werden. Die Bedeutung von Gas-Kombikraftwerken wird weiter steigen, sollte das Neubauverbot von Kernkraftwerken in Kraft bleiben.

Fossile Energien (Website des Bundesamts für Energie BFE)

Weitere Energieträger

Holz oder Biogas spielen sowohl beim Energieverbrauch als auch bei der Stromproduktion keine grosse Rolle. Die Bedeutung von Fernwärme und Umweltwärme, insbesondere Wärmepumpen bei den Heizungen, nimmt derweil zu.

Energie aus Biomasse (Website des Bundesamts für Energie BFE)

Geothermie (Website des Bundesamts für Energie BFE)

Fernwärme (Website des Bundesamts für Energie BFE)

Sichere Stromversorgung

Der Bundesrat hat in den letzten Jahren wichtige Entscheide zur Stärkung der Versorgung und zur Förderung der einheimischen Stromproduktion gefällt. Zudem will er Bewilligungsverfahren von Wind-, Solar und Wasserkraftwerken beschleunigen.

Weiterführende Informationen

Zuständiges Bundesamt

Bundesamt für Energie BFE
Thema Energiestatistiken