Lösungen für die Stromversorgungssicherheit: Fragen und Antworten

Was tut die Schweiz für die Versorgungssicherheit?

Der Bundesrat will die Versorgungssicherheit mit Strom stärken, insbesondere im Winter. Dazu will er die einheimischen erneuerbaren Energien schneller als bisher ausbauen. Das entsprechende Gesetz dazu ist bereits im Parlament. In diesem Gesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien schlägt der Bundesrat unter anderem vor, die Speicherwasserkraft auszubauen und für den Strom im Winter eine «Versicherung» zu schaffen.

Der Bundesrat will darüber hinaus die Verfahren für den Bau von grossen Wasser- und Windkraftanlagen beschleunigen. Dazu sollen die verschiedenen Bewilligungsverfahren zusammengelegt werden. Ferner soll die Installation von Photovoltaikanlagen auch bei Neubauten vorangetrieben werden, zudem sollen administrative Hürden abgebaut und steuerliche Anreize geschaffen werden.

Wofür braucht es eine Wasserkraftreserve?

Im Winter ist der Stromverbrauch hoch und die Schweiz muss deshalb in den kalten Monaten seit Jahren Strom importieren. Sollten diese Importe eingeschränkt werden und gleichzeitig grosse Kraftwerke im Inland- und im Ausland ausfallen, könnte dies im Worst Case zu kurzen Versorgungsengpässen führen. Um dieser Situation vorzubeugen, will der Bundesrat mit dem Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien insbesondere die Speicherwasserkraft stärken. Im Sommer können Energieunternehmen Stauseen mit Wasser füllen und dieses Wasser für den Winter als Energie-Reserve gegen Entgelt zurückbehalten. Damit diese Versicherungslösung bereits im Winter 22/23 bereitsteht, will der Bundesrat eine entsprechende Verordnung noch 2022 in Kraft setzen.

Wofür braucht es eine Gaskraftreserve?

Die Eidgenössische Elektrizitätskommission ElCom hat ein Konzept Spitzenlast-Gaskraftwerk ausgearbeitet und kommt darin zum Schluss, dass die Schweiz zusätzlich zur Wasserkraftreserve auch eine Reserve aus Gaskraftwerken braucht. Das UVEK macht dazu nun die nötigen Vertiefungs- und Vorbereitungsarbeiten. Dabei klärt es die relevanten Fragen, beispielsweise zur Dimensionierung, zum Standort oder auch zum Betriebskonzept. Im Fokus stehen dabei bestehende, nicht genutzte Gaskraftwerk-Infrastrukturen. Sichergestellt werden soll ausserdem, dass diese Kraftwerke klimaneutral betrieben werden

Die beiden Reserven – die Wasserkraftreserve und die Gaskraftreserve – würden nur dann zum Einsatz kommen, wenn der Strommarkt aufgrund unvorhersehbarer Versorgungsengpässe kurzzeitig nicht in der Lage ist, die Nachfrage zu decken.

Was sorgt sonst noch für die Versorgungssicherheit?

Die ElCom hält in ihrer Analyse fest, dass der Bau eines Gaskraftwerks vor 2026 kaum realistisch ist. Entsprechend grosse Bedeutung kommt kurzfristig dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energie zu. Für den Ausbau der Wasserkraft soll es darum künftig mehr Mittel geben. Die 15 meistversprechenden Speicherwasserkraftprojekte wurden an einem runden Tisch definiert. Auch die Photovoltaik wird weiter gefördert und es sollen steuerliche Anreize gesetzt werden. Ergänzend sind schweizweit auf allen Staatsebenen und bei Privaten Massnahmen unterwegs, die die Versorgungssicherheit stärken. Zu erwähnen ist dabei insbesondere die Fernwärme (Energie aus Abwärme/Seewasser/Tiefenwärme).

Wie viel kann mit Stromsparmassnahmen erreicht werden?

Ebenso wichtig wie die Stromproduktion ist der effiziente Einsatz von Strom. Der Bundesrat will die Effizienzpotenziale deshalb mit verschiedenen Massnahmen möglichst rasch ausschöpfen. Dazu gehört unter anderem die Bereitstellung von zusätzlichen Fördermitteln für die Beschleunigung des Ersatzes von Elektroheizungen. Diese Massnahme ist mit den Kantonen zu vertiefen. Ferner sind schärfere Mindestanforderungen an die Stromeffizienz von verschiedenen elektrischen Geräten vorgesehen.

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