Klimawandel

Die Temperaturen steigen weltweit immer mehr an. Damit wächst das Risiko, dass das Klimasystem aus den Fugen gerät – mit verheerenden Folgen für Mensch und Umwelt. Der Klimaschutz fordert die ganze Welt heraus. Die Schweiz engagiert sich im In- und Ausland mit einer aktiven Politik für die Begrenzung der Klimaerwärmung und die Bewältigung ihrer Folgen.

Klimapolitik im Inland

Die Klimaerwärmung wird durch Treibhausgase verursacht, die vorab beim Verbrennen von Erdöl und -gas entstehen. Die Schweiz leistet ihren Beitrag an den international abgestimmten Klimaschutz mit dem CO2-Gesetz. Das geltende CO2-Gesetz verlangt, dass die Schweiz bis 2020 20 Prozent weniger Treibhausgase ausstösst als 1990. Die Zahlen zum Treibhausgasausstoss der Schweiz im Jahr 2020 werden mit dem BAFU-Treibhausgasinventar im Frühling 2022 publiziert.

Zukünftige Klimapolitik

17.09.2021

Klimapolitik: Der Bundesrat stellt die Weichen für eine neue Gesetzesvorlage

Nach dem Nein der Stimmbevölkerung zum CO2-Gesetz in der Abstimmung vom 13. Juni 2021 hat der Bundesrat heute über das weitere Vorgehen in der Klimapolitik entschieden. Er wird bis Ende Jahr eine neue Gesetzesvorlage in die Vernehmlassung schicken. Dabei will der Bundesrat für die künftige Klimapolitik eine möglichst breite Basis schaffen. An seinen klimapolitischen Zielen hält er fest: Die Schweiz soll ihre Emissionen bis 2030 gegenüber 1990 halbieren. Auf Instrumente, die massgeblich zum Nein beigetragen haben, soll verzichtet werden. Der Bundesrat hat das UVEK an seiner Sitzung vom 17. September 2021 beauftragt, eine entsprechende Vorlage zu erarbeiten.

Direkter Gegenentwurf zur Gletscher-Initiative

Der Bundesrat hat am 11. August 2021 die Botschaft für einen direkten Gegenentwurf zur Gletscher-Initiative verabschiedet. Dieser verfolgt mit Netto-Null-Treibhausgasemissionen bis 2050 das gleiche Ziel wie die Initiative, verzichtet aber auf ein grundsätzliches Verbot fossiler Energieträger.

Langfristige Klimastrategie

Bis 2050 soll die Schweiz unter dem Strich keine Treibhausgasemissionen mehr ausstossen. Dieses Netto-Null-Ziel hat der Bundesrat 2019 beschlossen. Damit entspricht die Schweiz dem international vereinbarten Ziel, die globale Klimaerwärmung auf maximal 1,5°C gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen.

Bild: Eternit (Schweiz) AG © meraner-hauser.com

Abstimmung über das CO2-Gesetz

Der Klimawandel trifft die Schweiz als Alpenland besonders hart. Um den Treibhausgas-Ausstoss zu senken, hat das Parlament im Herbst 2020 eine Revision des CO2-Gesetzes beschlossen. Es wurde am 13. Juni 2021 von der Schweizer Stimmbevölkerung aber abgelehnt. Einige Massnahmen des bestehenden CO2-Gesetzes laufen Ende 2021 aus. Die Umweltkommission des Nationalrates hat noch im Juni 2021 eine parlamentarische Initiative eingereicht, damit das Verminderungsziel des CO2-Gesetzes bis 2024 fortgeschrieben wird. Damit sollen in einem ersten Schritt die Instrumente in Kraft bleiben, die nach dem Nein vom 13. Juni Ende 2021 auslaufen würden.

Aktuelle Klimapolitik

Ein wichtiges Instrument des geltenden Gesetzes ist die 2008 eingeführte CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe. Die CO2-Abgabe ist eine Lenkungsabgabe. Die Einnahmen werden an Bevölkerung und Unternehmen zurückverteilt. Ab 2022 beträgt diese Abgabe beim Heizöl 120 Franken pro Tonne CO2. Dadurch fliessen bis zu 450 Mio. Franken pro Jahr in CO2-wirksame Massnahmen bei Gebäuden. Eine bessere Isolation von Fenstern, Türen und Fassaden gehört ebenso dazu wie der Ersatz alter Heizungen durch CO2-freie Heizsysteme. Zwei Drittel der CO2-Abgabe fliessen an die Bevölkerung und die Wirtschaft zurück. 2021 erhält jede in der Schweiz lebende Person mit der Rückverteilung 87 Franken.

Vom Verkehr werden bis 2020 CO2-Reduktionen von 10 Prozent und von der Industrie von 15 Prozent erwartet. Das CO2-Gesetz berücksichtigt zudem auch die Treibhausgase in anderen Sektoren wie der Landwirtschaft.

Klimapolitik im Ausland

Die Basis für die internationale Klimapolitik ist die UNO-Klimakonvention von 1992. Darin haben sich 193 Staaten verpflichtet, eine gefährliche Störung des Klimasystems zu verhindern, indem sie ihre Emissionen eindämmen.

Eine gewichtige Rolle spielte zunächst das Kyoto-Protokoll; ein Zusatz zur Klimakonvention, der die Industrieländer zwischen 2008 und 2012 und in einer zweiten Periode von 2013 bis 2020 rechtlich bindend zur Begrenzung ihrer Treibhausgasemissionen verpflichtete.

An der Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 haben 195 Länder ein rechtlich bindendes Abkommen verabschiedet, das bezweckt, den globalen Anstieg der Temperaturen auf deutlich weniger als 2 Grad, respektive auf 1,5 Grad zu begrenzen. 189 Staaten und die EU haben das Abkommen unterzeichnet, darunter auch die Schweiz. Diese hat sich stark in den Verhandlungen zu diesem Abkommen engagiert. Sie beabsichtigt, den Ausstoss von Treibhausgasen bis 2030 um mindestens 50 Prozent gegenüber 1990 zu senken und bis 2050 klimaneutral zu werden.

Auf der Basis des Pariser Klimaübereinkommens hat die Schweiz als weltweit erstes Land bilaterale Klimaabkommen abgeschlossen, die eine Zusammenarbeit bei der Zielerreichung ermöglichen. Bis heute wurden solche Abkommen mit Peru, Ghana und Senegal abgeschlossen. Dank diesen Abkommen kann die Schweiz zusätzlich zu den im Inland erzielten Emissionsreduktionen auch einen Beitrag zum globalen Klimaschutz durch Emissionsreduktionen im Ausland leisten. Zum Beispiel, indem sie Klimaschutzprojekte wie dezentrale Photovoltaikanlagen oder den Bau von Biogasanlagen unterstützt. Diese Projekte im Ausland sind aber an strenge Regeln gebunden: Es dürfen sich nicht beide Staaten die durch die Projekte erreichte CO2-Verminderung anrechnen lassen. Zudem müssen bei den Projekten die Menschenrechte und Umweltstandards eingehalten werden.

Der Klimawandel wirkt sich immer gravierender aus, die Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels wird daher immer wichtiger. Vor diesem Hintergrund unterstützt die Schweiz zum Beispiel den Green Climate Fund. Aus diesem Fonds werden Gelder für Klimaschutz-Projekte in Entwicklungsländern bereitgestellt.

Klimakonferenzen der UNO

Die wichtigsten Klimakonferenzen und das Engagement der Schweiz

Auf dem Weg zur Weltklimakonferenz in Glasgow

2021 ist ein wichtiges Jahr für die internationale Klimapolitik. Nach zweijähriger coronabedingter Pause findet im schottischen Glasgow vom 1. bis 12. November die 26. Weltklimakonferenz der UNO «COP26» statt.

Chronologie

Datum Ereignis
1. Mai 2000 CO2-Gesetz tritt in Kraft
9. Juli 2003 Beitritt der Schweiz zum Kyoto-Protokoll
16. Februar 2005 Kyoto-Protokoll tritt in Kraft
1. Juli 2007 Verordnung über die CO2-Abgabe tritt in Kraft
ab 1. Januar 2008 CO2-Abgabe auf fossilen Brennstoffen von 12 Franken pro Tonne CO2-Emissionen
ab 1. Januar 2010 Erhöhung der CO2-Abgabe auf fossilen Brennstoffen von 12 auf 36 Franken pro Tonne CO2-Emissionen
Anfang 2010 Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen startet
1. Juli 2012 CO2-Emissionsvorschriften für neue Personenwagen
8. Dezember 2012 UNO-Klimakonferenz in Doha: Einigung zur Weiterführung des Kyoto-Protokolls (Kyoto 2) bis 2020
1. Januar 2013 Totalrevidiertes CO2-Gesetz und zugehörige Verordnung über die Reduktion der CO2-Emissionen treten in Kraft
ab 1. Januar 2014 Erhöhung der CO2-Abgabe auf fossilen Brennstoffen von 36 auf 60 Franken pro Tonne CO2-Emissionen
12. Dezember 2015 UNO-Klimakonferenz in Paris: Verbindliches Abkommen zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf klar weniger als 2 Grad.
ab 1. Januar 2016 Erhöhung der CO2-Abgabe auf fossilen Brennstoffen von 60 auf 84 Franken pro Tonne CO2-Emissionen
5. November 2017  Nach Übergabe der Ratifikationsurkunde am 6. Oktober 2017 in New York tritt das Klimaübereinkommen von Paris für die Schweiz offiziell in Kraft
1. Januar 2018 Verstärkung klimapolitischer Instrumente mit dem ersten Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050
28. August 2019 Der Bundesrat beschliesst das Netto-Null-Ziel: Bis 2050 soll die Schweiz unter dem Strich keine Treibhausgase mehr ausstossen.
ab 1. Januar 2020
Das Emissionshandelssystem der Schweiz ist mit demjenigen der EU Verknüpft. Unternehmen im Schweizer EHS können mit Emissionsrechten im grösseren EU-Markt handeln.
ab 1. Januar 2021 Verlängerung der befristeten Instrumente des CO2-Gesetzes um ein Jahr bis Ende 2021
27. Januar 2021 Die Schweiz reicht ihre langfristige Klimastrategie beim UNO-Klimasekretariat ein. Diese zeigt die Leitlinien zur Erreichung des Netto-Null-Ziels bis 2050 auf.
ab 1. Januar 2022
Erhöhung der CO2-Abgabe auf fossilen Brennstoffen von 96 auf 120 Franken pro Tonne CO2-Emissionen

Ausführliches Dossier zu Klimawandel

Ausführliche Informationen des Bundesamts für Umwelt (BAFU) zum Klimawandel: Überblick; Fachinformationen (Klimawandel und Auswirkungen, Anpassung, Klimapolitik, Finanzmarkt, Internationales), Klimatipps für den Alltag, aktualitätsbezogene Dossiers, Daten und Indikatoren, Rechtliche Grundlagen, Vollzugshilfen, Publikationen und Studien, Veranstaltungen.

Dossier zu Klimawandel (BAFU) 

Medien

Medienmitteilungen

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Reden

Reden von Bundesrätin Simonetta Sommaruga

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Anlässe

Rückblick Anlässe Bundesrätin Simonetta Sommaruga

«Connecting Europe Express»
Zürich, 27. September 2021
Arbeitsbesuch in Senegal und Ghana
Dakar/Accra, 5.-9. Juli 2021
Besuche vor Ort: Klimaschutz
Genf, Winterthur, Zug, Zürich, Dietikon und Engelberg, 25./26. Februar, 8. März, 3. und 8. Mai 2021
Präsidialbesuch in Italien
Rom, 29. September 2020

Zuständiges Bundesamt

Bundesamt für Umwelt BAFU
Thema Klima

https://www.uvek.admin.ch/content/uvek/de/home/umwelt/klimawandel.html