Arbeitsbesuch in Senegal und Ghana

 
 

Bundesrätin Simonetta Sommaruga besuchte vom 5. bis 9. Juli 2021 Senegal und Ghana. Bei den Gesprächen in beiden Ländern stand der Klimaschutz im Zentrum. In Senegal unterzeichnete Bundesrätin Sommaruga ein Abkommen zum Klimaschutz. Mit Ghana besteht bereits ein solches Abkommen. An bilateralen Treffen und im Rahmen eines ministeriellen Roundtable-Gesprächs vertiefte Bundesrätin Sommaruga in Ghana den Dialog zu den gemeinsamen Bestrebungen im Klima- und Umweltschutz. Sie besichtigte in beiden Ländern zudem verschiedene Energie- und Umweltprojekte. 

Rückblick auf den Arbeitsbesuch

Kakaoproduktion

Ghana ist mit seinen 800'000 Kleinbauern der zweitgrösste Kakao-Produzent der Welt. Die Schweiz importiert 50 Prozent seines Kakaos aus Ghana. Die Kakaoindustrie steht vor zahlreichen Herausforderungen (Armut der Kleinbauern, Produktionsrückgang etwa durch Klimawandel, Abholzung, Verlust der Artenvielfalt). Das SECO erkannte die Herausforderungen für den Kakaosektor und lancierte 2017 zusammen mit 55 Schweizer Stakeholdern die Schweizer Plattform für nachhaltigen Kakao. 80 Prozent des importierten Kakaos sollen bis 2025 aus sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltiger Produktion stammen. So sollen auch die Lebensbedingungen der Kakaobauern und ihrer Familien verbessert werden. Die Schweiz übernimmt mit ihrem Engagement eine Führungsrolle. 2020 tauschte sich die damalige Bundespräsidentin Sommaruga beim Staatsbesuch des ghanaischen Präsidenten Nana Akufo Addo in Bern über die Herausforderungen beim Kakaoanbau aus. Bei ihrem Besuch in Ghana am 8. Juli 2021 tauschte sich Bundesrätin Sommaruga mit Akteuren der Kakaobranche aus und erhielt Einblicke in innovative Lösungsansätze zur Nachhaltigkeit.

© UVEK

Besichtigung Solar Taxi

Ghana ist ein stark von der Landwirtschaft und der Fischerei geprägtes Land. Zunehmend schaffen junge Unternehmen innovative Arbeitsplätze. Beim Besuch von Solar Taxi am 8. Juli 2021 hat sich Bundesrätin Sommaruga einen Eindruck in die Start-Up-Szene im Bereich der E-Mobilität verschafft. Solar Taxi produziert seit 2019 Elektrofahrzeuge und bietet Kurierdienste per Mobile App an. Das Start-Up orientiert sich ausdrücklich an den Sustainable Development Goals SDG der Agenda 2030. Es setzt stark auf Inklusivität und beschäftigt auch im Ingenieurbereich überwiegend Frauen. Solar Taxi vereint die Themen Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Wohlstand durch Bildung; dies sind Elemente der Subsahara-Strategie des Bundesrates.

Mechanikerinnen bei der Arbeit
Mechanikerinnen bei der Arbeit
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Besuch des Medienunternehmens Citi FM

Medienministerin Simonetta Sommaruga hat am 8. Juli Citi FM besucht und sich einen Einblick in die Medienlandschaft Ghanas verschafft. Das Land hat eine vielfältige Medienwelt, dies zeigt sich in der Zahl der Radiostationen: Rund 430 nationale Radios senden in Ghana, 56 allein in Accra.

Momentaufnahme Citi Breakfast Show
Momentaufnahme Citi Breakfast Show
© Keystone

Elektroschrott-Recycling Firma

Strassenkinder NGO: Chance for Children

Der Besuch bei Chance for Children (CFC) am 7. Juli 2021 zeigte Bundesrätin Sommaruga die soziale Seite des Old Fadama District. Im Gebiet der Elektroschrotthalde leben rund 40'000 Menschen. Seit über 20 Jahren engagiert sich dort die Schweizerin Daniela Rüdisüli in ihrem Tageszentrum für Strassenkinder. Bis zu 45 Kinder erhalten täglich eine warme Mahlzeit, medizinische Betreuung und können an Unterrichtsstunden teilnehmen. Gegenwärtig wird mit dem zuständigen Ministerium ein Berufsbildungs- und Trainingsprogramm entwickelt, welches sich an der dualen Berufsbildung der Schweiz orientiert.

Launch Ghana Cooperation Programme

Bundesrätin Sommaruga lancierte am 7. Juli 2021 offiziell das neue Ghana-Kooperationsprogramm des SECO. Ghana ist seit 2002 ein Schwerpunktland der Entwicklungszusammenarbeit der Schweiz. Für die Jahre 2021-2024 stehen insgesamt 65 bis 70 Millionen Franken zur Verfügung. Die Länderprogramme folgen einem Vierjahreszyklus.

Launch Ghana Cooperation Programme
Launch Ghana Cooperation Programme
© UVEK

Ghana: Treffen mit Umweltminister Kwaku Afriyie

Mit Ghana hat die Schweiz 2020 eines der ersten Klimaabkommen unterzeichnet. Die Projekte zur CO2-Kompensation sind nun in der Umsetzung. Bundesrätin Sommaruga hat am 7. Juli 2021 in einem bilateralen Gespräch mit dem zuständigen MESTI-Minister Kwaku Afriyie über die weitere Umsetzung gesprochen. In einem Roundtable mit weiteren involvierten Ministerien Ghanas wurden die Gespräche darüber, wie eine effiziente Umsetzung des Klimaabkommens gewährleistet werden kann, vertieft.

Bundesrätin Sommaruga und Ghanas Umweltminister Kwaku Afriyie
Bundesrätin Sommaruga und Ghanas Umweltminister Kwaku Afriyie
© UVEK

Windpark Taiba N’Diaye

In Taiba N’Diaye, rund 90 Kilometer von Senegals Hauptstadt Dakar entfernt, entstand in den letzten Jahren der grösste Windpark Westafrikas. 46 Windturbinen produzieren dort verlässlichen und sauberen Strom. Senegal setzt auf einen Energiemix, zunehmend auch auf Strom aus erneuerbaren Energien.

Windpark Taiba N’Diaye
Windpark Taiba N’Diaye
© UVEK

Unterzeichnung Staatsvertrag Schweiz-Senegal

Bundesrätin Simonetta Sommaruga und Umweltminister Abdou Karim Sall haben am 6. Juli 2021 in Dakar ein bilaterales Abkommen unterzeichnet. Es schafft die Rahmenbedingungen, damit die Schweiz CO2-Emissionen über Klimaschutzprojekte in Senegal kompensieren kann. 2020 hat die Schweiz bereits ähnliche Abkommen mit Peru und Ghana abgeschlossen.

Unterzeichnung Staatsvertrag Schweiz-Senegal
Unterzeichnung Staatsvertrag Schweiz-Senegal
© Keystone

Kulturaustausch Senegal

Im Austausch mit jungen Rapperinnen und einer Graffitikünstlerin konnte sich Bundesrätin Sommaruga in der Maison des Cultures Urbaines in Dakar einen Eindruck verschaffen über das junge, urbane, kulturelle Leben in Senegal. Ein Gespräch mit der Schriftstellerin Ken Bugul vermittelte ihr ferner einen Einblick in das traditionellere Senegal und die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen.  

Infografik

Grafik Schweiz - Senegal/Ghana
Schweiz - Senegal/Ghana: Infografik
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