Besuche vor Ort: Klimaschutz

Investitionen in den Klimaschutz lohnen sich: Dank der Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energien kann die Schweiz den Treibhausgas-Ausstoss senken. Das schafft Aufträge in unserem Land. Davon profitieren Bevölkerung und Wirtschaft, wie sich bei den Besuchen gezeigt hat, die Bundesrätin Simonetta Sommaruga bei Unternehmen in der Schweiz gemacht hat.

 
 
 

Grolley: GRZ Technologies

Am 25. November 2021 besuchte die Bundesrätin Simonetta Sommaruga zusammen mit Fachleuten und Politikerinnen und Politikern aus dem Kanton Freiburg das Unternehmen GRZ Technologies in Grolley (FR). Das Start-up bietet Lösungen zur Speicherung von erneuerbaren Energien. Es stellt unter anderem ein System zur Speicherung und Umwandlung von Wasserstoff in stark verdichteter Form her. Dieses System kann zum Beispiel in Fabriken mit hohem Stromverbrauch (Chemie-, Zement- oder Metallindustrie) oder in grossflächigen Fotovoltaik- und Windparks eingesetzt werden. Der Bundesrat will die Produktion von inländischen erneuerbaren Energien ausbauen und die Versorgungssicherheit der Schweiz erhöhen. Die Thematik der Speicherung von erneuerbaren Energien ist für unser Land von zentraler Bedeutung.

GRZ Technologies Gruppenbild

Hinwil: Climeworks und Synhelion

Bundesrätin Simonetta Sommaruga besichtigte am 8. November 2021 in Hinwil die CO2-Filter-Anlage von Climeworks bei der Kehrichtverwertungsanlage des Zweckverbands Zürcher Oberland (KEZO). Dort wird CO2 der Umgebungsluft entzogen (Direct Air Capture). Auf diese Weise gewonnenes CO2 kann industriell weiterverwertet oder dauerhaft im Boden gespeichert werden. Mit Wasserstoff kombiniert kann es auch zur Herstellung synthetischer, klimaneutraler Treibstoffe kombiniert werden.

Neben Vertretern von Climeworks waren auch Vertreterinnen und Vertreter von Synhelion beim Besuch mit dabei. Diese Firma hat eine Technologie entwickelt, mit der aus Sonnenlicht und Luft klimafreundlicher Treibstoff hergestellt werden kann. Das Produkt ist Syngas, eine Mischung aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid, das anschliessend z.B. zu Kerosin verflüssigt werden kann. Mit dem solaren Treibstoff können Flugzeuge betankt werden.

Beide Unternehmen verfügen über innovative Technologien zur Stärkung des Klimaschutzes.  

Bern: Neustark

Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat sich gemeinsam mit Fachleuten und Vertretern der UREK eine neuartige Technologie demonstrieren lassen. Das Berner Unternehmen Neustark, ein Spin-Off der ETH, entfernt CO2 aus der Atmosphäre. Das Material wird dann in die Produktion für frischen Beton eingespeist. Das Verfahren soll künftig bei Betonrecyclingwerken zum Einsatz kommen. Die Zementmenge im Beton kann so reduziert werden. Die traditionelle Zementproduktion ist Mitverursacherin der hohen CO2-Emissionen.

Engelberg: Titlisgletscher

Bundesrätin Simonetta Sommaruga hat sich am 8. Mai 2021 gemeinsam mit Michelle Gisin, Olympiasiegerin in der alpinen Kombination 2018 und Françoise Jaquet, Präsidentin des Schweizerischen Alpenclubs, die Auswirkungen der Klimaerwärmung auf dem Titlisgletscher schildern lassen.

Das Alpenland Schweiz ist stark von der Klimaerwärmung betroffen. Das zeigte sich exemplarisch bei einer Begehung mit einem Bergbahnspezialisten auf dem Titlis. Die heissen Sommer und die teilweise sehr milden Winter setzen dem Gletscher zu. Die Klimaerwärmung gefährdet den Tourismus, insbesondere im Winter. Felsstürze und Murgänge könnten zunehmend zur Gefahr für Wandererinnen und Wanderer werden. Die Klimaerwärmung stellt auch die Bergbahnen vor grosse Herausforderungen, da durch das Auftauen des Permafrosts die Infrastrukturen beeinträchtigt werden.

Bundesrätin Sommaruga betonte beim anschliessenden Austausch mit Skifahrerin Michelle Gisin und SAC-Präsidentin Françoise Jaquet: «Die Berggebiete sind auf den Klimaschutz angewiesen. Gletscher und Tourismus sorgen für Arbeit in den Bergen und für Kundschaft für die lokalen Unternehmen. Der Klimafonds im neuen CO2-Gesetz wird die Bergregionen zudem unterstützen, damit sie sich gegen die schädlichen Auswirkungen der Klimaerwärmung schützen können – zum Beispiel, indem Sicherheitsnetze und Schutzeinrichtungen gebaut werden, die vor Erdrutschen und Lawinen schützen.»

Dietikon: Limeco

Bundesrätin Simonetta Sommaruga besuchte am 3. Mai 2021 im Limmattal das regionale Versorgungsunternehmen Limeco. Dieses setzt auf klimafreundliche Energien: Es betreibt bereits ein Fernwärmenetz, das weiter ausgebaut wird. Jetzt realisiert es zudem die erste industrielle Power-to-Gas-Anlage der Schweiz. Diese nutzt die Energie, die vor Ort ohnehin vorhanden ist: Abwärme der Kehrrichtverbrennungsanlage, Biogas aus der Kläranlage sowie Holz. In einem biologischen Prozess wird das CO2 aus dem Klärgas zusammen mit dem produzierten Wasserstoff zu Methan veredelt. Solche Technologien dienen der Energieversorgung, erleichtern die Speicherung und stärken die Versorgungssicherheit.

Die erste industrielle Power-to-Gas-Anlage der Schweiz wird zusammen mit der Stadtwerke-Allianz Swisspower verwirklicht. Limeco wurde von Dietikon, Geroldswil, Oberengstringen, Oetwil, Schlieren, Unterengstringen, Urdorf, Weiningen gegründet und ist im Besitz der Gemeinden.

Zürich: MAN Energy Solutions

Das global tätige Unternehmen treibt den Wandel zu klimafreundlichen Technologien voran. Dazu trägt der Standort Schweiz entscheidend bei – mit einem neuen, innovativen Energiespeicher-Management-System. Dieses kann erneuerbare Energie für Wärme und Kälte herstellen, speichern und in grossem Stil wieder in Strom zurückverwandeln. Bundesrätin Sommaruga liess sich am 3. Mai 2021 so eine Anlage in Zürich präsentieren. Das Beispiel zeigt: Klimaschutz und Wirtschaft ergänzen sich. MAN Energy Solutions Schweiz beschäftigt rund 800 Mitarbeitende.

Ein solches System wird in Dänemark in einer neuen Fernwärme-Anlage zur Wärmeversorgung von 100'000 Einwohnern eingesetzt. Dank der Lage am Hafen können erneuerbarer Strom aus nahen Windkraftanlagen sowie Meerwasser zur Gewinnung von Heizenergie verwendet werden.

Bundesrätin Sommaruga wurde bei ihrem Besuch von Bertrand Piccard begleitet, der mit seinem «1000 solutions»-Projekte klimafreundliche und rentable Technologien sichtbar macht. Ebenfalls dabei waren Stadtpräsidentin Corine Mauch, Regierungsrat Martin Neukom, Ständerat Ruedi Noser, WWF-Präsident Thomas Vellacot und Patrik Meli, Direktor von MAN Energy Solutions Schweiz.

Zug: Siemens

Am 8. März 2021 besuchte Bundesrätin Sommaruga das Unternehmen Siemens in Zug. Sein erstes grosses Projekt hat das Unternehmen 1896 im Kanton Bern realisiert: Der Bau und die Einweihung des Flusskraftwerks Wynau markierten den Start des Unternehmens in der Schweiz. Das Kraftwerk hat der Region viel Fortschritt gebracht, sie ist noch mehr aufgeblüht. Und noch heute, 125 Jahre später versorgt das Wasserkraftwerk die Region mit sauberem Strom. Solche «Wynau-Momente», die die Menschen mit sicherer, sauberer Energie versorgen und Arbeitsplätze schaffen, brauche es nun wieder, sagte Energieministerin Sommaruga bei ihrem Besuch in Zug. Viele Technologien sind schon vorhanden und werden erfolgreich angewendet. So können Unternehmen wie Siemens Privaten und Unternehmen helfen, ihren Energieverrauch zu senken und klimafreundlich zu leben. 

Siemens ist stark engagiert in den neuen, grünen Technologien. Das Unternehmen beteiligt sich als Mitglied der Roadmap Elektromobilität für die Förderung fossilfreier Fahrzeuge und Ladestationen. Es unterstützt seine Kunden dabei, Stromeffizienzprojekte umzusetzen und engagiert sich beispielsweise auch bei der neuen Initiative «GreenLab.ch».

Winterthur: Designwerk Group

Das 2009 in Winterthur gegründete Unternehmen produziert Elektro-Lastwagen, die zum Beispiel für die Kehrrichtabfuhr im Einsatz sind, sowie Schnellladegeräte für grosse Kunden. Heute beschäftigt es rund 100 Mitarbeitende. Bundesrätin Sommaruga hat das Unternehmen am 26. Februar 2021 besucht. «Von den Investitionen in den Klimaschutz profitieren Bevölkerung und Wirtschaft. Elektro-Lastwagen senken den CO2-Ausstoss. Und durch klimafreundliche Technologien entstehen Arbeitsplätze mit Zukunft», sagte sie nach dem Rundgang. Es lohne sich daher, beim Klimaschutz vorwärts zu machen. Genau das sei das Ziel des CO2-Gesetzes, über das im Juni abgestimmt werde. «Wir müssen jetzt die Weichen richtig stellen!»

Genf: TVP Solar

Am 25. Februar 2021 reiste Bundesrätin Simonetta Sommaruga in den Kanton Genf. Dort besuchte sie das Unternehmen TVP Solar, das Vakuum-Solarwärmekollektoren herstellt, die auch im Winter eine hohe Leistung erbringen. Bei dieser Gelegenheit weihte die Umweltministerin auch eine Solarthermieanlage mit einer Kollektorfläche von 800 m2 ein. Die mit dieser Anlage erzeugte Wärme wird unmittelbar in das grösste Genfer Fernwärmenetz eingespeist. «Die Wärmeerzeugung verursacht mehr als ein Drittel der gesamtschweizerischen CO2-Emissionen. Unser Land tut gut daran, diesen Sektor möglichst rasch zu entkarbonisieren. Die gute Nachricht lautet, dass wir dank innovativer Technologien, wie sie in dieser neuen Solarthermieanlage eingesetzt werden, die Klimaziele erreichen können», sagte die Bundesrätin.

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