Stellungnahme von Bundesrätin Doris Leuthard zu den Ereignissen in den Kernanlagen von Fukushima

Bundesrätin Leuthard hat heute den Bundesrat über die Entwicklungen in den Kernanlagen von Fukushima und die Lagebeurteilung der Schweizer Sicherheitsbehörden informiert.

Die Experten des Eidgenössischen Nuklear-Sicherheits-Inspektorats (ENSI) stehen permanent in Kontakt mit anderen nationalen Behörden und der internationalen Atomenergieagentur IAEA und verfolgen die Entwicklung sehr genau. Fakt ist, dass die Situation vor Ort nicht unter Kontrolle ist.

Aufgrund der jüngsten Lagebeurteilung des ENSI besteht für die Bevölkerung in der Schweiz keine direkte Gefahr. Diese Beurteilung wird laufend mit den neusten Informationen aus Japan abgeglichen.

Die japanischen Behörden sind daran, die Ursachen des Unfalls zu eruieren. Wir haben noch zu wenig gesicherte Ergebnisse, als dass sich daraus Massnahmen für andere Reaktoren - auch solche in der Schweiz - ableiten liessen.

Selbstverständlich muss analysiert werden, was zum Risiko in Japan geführt hat. Ebenso selbstverständlich ist, dass die schweizerischen Sicherheitskonzepte auf allfällige Erkenntnisse aus dieser Katastrophe angepasst werden müssen. Ergibt sich daraus Handlungsbedarf für die Schweizer Anlagen, würden diese Massnahmen  umgesetzt. Sicherheit hat oberste Priorität. Alle fünf Schweizer Kernkraftwerke müssen höchste Sicherheitsstandards erfüllen, wie sie gesetzlich vorgeschrieben sind.

Es ist wichtig, aus diesem Unglück Folgerungen auch im Bereich der nuklearen Sicherheit zu ziehen. Dazu ist es aber verfrüht. Bestimmt aber wird die künftige Schweizer Energiepolitik diese Ereignisse zu berücksichtigen haben.

Im Vordergrund steht nun die Bewältigung der Ereignisse vor Ort. Die Schweiz wird Japan dabei unterstützen.

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