G20 Ausserordentlicher Leaders’ Summit zu COVID-19

Bern, 26.03.2020 - Schriftliches Statement von Bundespräsidentin Sommaruga an die Teilnehmenden der Videokonferenz

Exzellenzen,

Geschätzte Kolleginnen und Freunde,

Ich danke Saudi-Arabien für die Einladung, an den Arbeiten zum diesjährigen G20-Gipfel teilzunehmen. Ich möchte drei Punkte hervorheben:

Erstens: Die Schweiz ist eines der wohlhabendsten Länder der Welt. Und dennoch hat unser Wohlstand uns nicht vor der Pandemie beschützt. Mein Land ist stark betroffen. Das illustriert, dass es Dinge gibt, die man nicht kaufen kann.

Die Gesundheit der Bevölkerung muss für uns alle höchste Priorität haben. Als Vertreterin von einem der vielen kleineren, international stark vernetzten Länder möchte ich gleichzeitig unterstreichen: Es ist für uns wichtig, dass das internationale Recht und der Multilateralismus respektiert werden. Regeln, auf die wir uns gemeinsam geeinigt haben, sind heute bedeutender denn je. Indem wir sie respektieren, gerade in Krisenzeiten, zeigen wir unsere gegenseitige Solidarität.

Das bringt mich zu meinem zweiten Punkt: Was werden wir tun, wenn die Krise einmal vorüber ist? Diese Krise wird ihre Spuren hinterlassen an allen, die an diesem virtuellen Tisch sitzen. Aber auch an all jenen, die jetzt nicht dabei sind.

Werden wir fähig sein, die Lehren zu ziehen aus dem, was wir aktuell durchmachen?

Wir sollten jetzt damit beginnen darüber nachzudenken, wie wir eine widerstandsfähigere, nachhaltigere und verantwortungsvollere Welt gewährleisten können. Lassen Sie uns dies gemeinsam tun.

Mein dritter und letzter Punkt: In einigen Regionen haben die Auswirkungen der Pandemie in den bereits von Krieg und Gewalt betroffenen Ländern noch nicht voll durchgeschlagen. Als Vertreterin eines neutralen Landes mit einer langen humanitären Tradition schliesse ich mich dem Aufruf des UNO-Generalsekretärs zu einem weltweiten, bedingungslosen Waffenstillstand in allen bewaffneten Konflikten an. Und ich rufe heute alle Teilnehmer auf, dafür zu sorgen, dass die internationalen Organisationen die notwendigen Mittel erhalten, um den Ärmsten und Verletzlichsten zu helfen.

Wir dürfen niemanden zurücklassen.

Besten Dank.


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