Was für ein Land!

Bern, 01.08.2020 - Rede von Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga an der Bundesfeier auf dem Rütli

(es gilt das gesprochene Wort)

Sehr geehrter Herr Präsident der Gemeinnützigen Gesellschaft
Lieber Jean Daniel Gerber
Liebe Gäste aus allen Teilen der Schweiz
Geschätzte Musikerinnen und Musiker, Helferinnen und Helfer

Schön, heute mit euch allen hier zu sein. Am liebsten hätte ich die ganze Schweiz aufs Rütli eingeladen – vor allem in dieser besonderen Zeit. Und ausgerechnet das ist dieses Jahr nicht möglich. Aber symbolisch ist die ganze Schweiz hier auf der Rütli-Wiese versammelt.

Ich habe aus allen Teilen der Schweiz je eine Frau und einen Mann eingeladen. Jede und jeder Einzelne von Euch hat geholfen, diese Krise zu bewältigen. In einem Spital, im Verkauf, in der Schule, in der Nachbarschaft. Ihr steht stellvertretend für unser Land. Denn ihr alle habt in den letzten Wochen und Monaten eindrücklich gezeigt: Die Schweiz «verhäbt». Das heisst: Sie hält stand. Und sie hält zusammen.

Man hat mir erzählt, dass viele von Euch – als Ihr von der Einladung aufs Rütli erfahren habt – gefragt haben: «Warum ausgerechnet ich? Ich habe doch gar nichts Besonderes geleistet!» Eure Reaktion ist ganz typisch für unser Land. Wenn es drauf ankommt, ist die Schweiz viel, viel mehr als achteinhalb Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Wir sind ein Land, das «verhäbt».

Trotz Corona ist die Schweiz nie stillgestanden. Trams sind gefahren, die Post ist angekommen, wir hatten genug Strom, die Kehrichtabfuhr hat ihre Tour gemacht und die Schulen haben sich umorganisiert.

An einigen Orten hat der Gemeindepräsiden jede ältere Einwohnerin persönlich angerufen. Auch Kantone und der Bund waren da für die Menschen und unsere Betriebe. In einem Staat, der Unterstützung gibt, können die Menschen mutig und solidarisch sein.

Die Schweiz «verhäbt» auch über die Grenze hinaus. Der Handel mit unseren Nachbarstaaten ist nie abgerissen. Viele Dinge, die wir jeden Tag brauchen, hätten sonst gefehlt. Wir brauchen benachbarte Staaten genauso wie wir unsere Nachbarn im Quartier brauchen.

Die Corona-Krise ist noch nicht vorbei. Die Zahlen steigen wieder. Darum bleiben wir vorsichtig. Es braucht auch jetzt wieder Jede und Jeden von uns. Und es braucht den Bund und die Kantone. Nur gemeinsam können wir eine erneute Verbreitung des Virus stoppen.

Liebe Heldinnen und Helden des Alltags
Wir brauchen auch in Zukunft Menschen wie Euch, die dafür sorgen, dass die Schweiz „verhäbt“.

Im Namen des Bundesrats danke ich euch von Herzen und erweise heute 27 Frauen und 27 Männern die Ehre.


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