Grüne Wirtschaft

Baggerzange, die Elektroschrott verarbeitet
Die "Grüne Wirtschaft" stärkt die Wirtschaft in ihrem Engagement für einen schonenderen Umgang mit natürlichen Ressourcen und für die effiziente Wiederverwertung von Rohstoffen. © Emanuel Ammon

Die Menschheit lebt ökologisch auf zu grossem Fuss. Sie verbraucht zu viele natürliche Ressourcen wie Wasser, Boden, Luft und Rohstoffe - oder zerstört sie sogar. Würden weltweit alle Bewohner so wie die Schweizer Bevölkerung leben, würden die Ressourcen von fast drei Erden benötigt. Dieses Verhalten führt etwa zum Klimawandel und zu einem Verlust an Biodiversität - und als Folge davon zu einer geringeren Lebensqualität und einer Gefährdung unseres Wirtschaftssystems.

Daher ist es unabdingbar, die natürlichen Ressourcen effizienter und schonender einzusetzen und ihren Verbrauch auf ein naturverträgliches Mass zu senken. Unter dem Begriff „Grüne Wirtschaft" findet diese Absicht auf der nationalen und internationalen Ebene immer breitere Unterstützung.

National

2013 hat der Bundesrat einen Aktionsplan mit 27 Massnahmen für eine Grüne Wirtschaft verabschiedet, die zu einer ressourcenschonenden Wirtschafts- und Konsumweise beitragen sollen. 2016 hat der Bundesrat in einem Bericht Bilanz über die Umsetzung des Aktionsplans gezogen und gleichzeitig die Grüne Wirtschaft auf den bestehenden gesetzlichen Grundlagen weiterentwickelt. Im Vordergrund stehen freiwillige Anstrengungen und das Engagement der Wirtschaft. Staatliche Rahmenbedingungen kommen erst zum Zug, wenn marktwirtschaftliche Mechanismen zu wenig greifen.

Der Bericht fasst die Massnahmen für eine Grüne Wirtschaft in drei Bereichen zusammen:

  1. Konsum und Produktion: Der Konsum und die Herstellung von Produkten verbrauchen viele natürliche Ressourcen und belasten die Umwelt. Deshalb sind die Informationen über die ökologischen Aspekte der Produkte zu verbessern.
  2. Abfälle und Rohstoffe: Die Gewinnung und der Abbau von Rohstoffen sollen effizienter, Stoffkreisläufe geschlossen werden.
  3. Übergreifende Instrumente: Themenübergreifend wichtige Arbeiten sind der Masterplan Cleantech zur Förderung nachhaltiger Technologien im Umwelt- und Energiebereich und die Ökologisierung des Steuersystems.

International

Auch auf globaler Ebene ist die Grüne Wirtschaft als wichtige Herausforderung anerkannt: Im Juni 2012 setzte die UNO-Nachhaltigkeitskonferenz Rio+20 das Konzept der Grünen Wirtschaft erstmals auf die politische Agenda. Die Schweiz engagiert sich weltweit für mehr Nachhaltigkeit - auch vor dem Hintergrund, dass rund 73 Prozent der Umweltbelastung unseres Konsums nicht im In-, sondern im Ausland entstehen.

Wirtschaftliche Aspekte

Mit der Grünen Wirtschaft erschliessen sich für Schweizer Unternehmen weltweit neue Absatzmärkte für ressourcenschonende Technologien und Produkte („Cleantech"). Ein wichtiger Impuls geht zum Beispiel vom politischen Fahrplan der EU aus. 2014 wurde ein Umweltaktionsprogramm für die Zeit bis 2020 festgelegt. Es peilt eine Kreislaufwirtschaft an und forciert die Abkoppelung des Wirtschaftswachstums von der Ressourcennutzung. Ein weiteres Beispiel: China investiert im laufenden Fünfjahresplan 468 Milliarden US-Dollar in die drei Sektoren Erneuerbare Energie, Saubere Technologien und Recycling.

Bundesrätin Doris Leuthard mit Peter Pauli, CEO der Meyer Burger Technology AG (links), und Guillaume Wahli, Mitarbeiter bei Meyer Burger Research (rechts), am 17. November 2014 bei der Einweihung einer Pilotanlage für Solarzellen mit Heterojunction-Technologie (HJT) in Hauterive (NE).
Bundesrätin Doris Leuthard mit Peter Pauli, CEO der Meyer Burger Technology AG (links), und Guillaume Wahli, Mitarbeiter bei Meyer Burger Research (rechts), am 17. November 2014 bei der Einweihung einer Pilotanlage für Solarzellen mit Heterojunction-Technologie (HJT) in Hauterive (NE). © Daniel Hager Photography / Meyer Burger

In der Schweiz ist die Cleantech-Branche zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig geworden: Mit 530‘000 Vollzeitstellen hat dieser Bereich dreimal mehr Beschäftigte als die Pharmabranche, mit 48.6 Milliarden Franken Bruttowertschöpfung wird in der Schweiz jeder zwölfte Franken von der Cleantech-Branche erwirtschaftet, und mit 40.5 Milliarden Franken werden mehr als 5 Prozent der Schweizer Exportumsätze im Cleantech-Bereich erzielt.

Medien

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Zuständiges Bundesamt

Bundesamt für Umwelt BAFU
Thema Grüne Wirtschaft

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