Klima

Gornergletscher
Das CO2-Gesetz schreibt vor, dass der CO2-Ausstoss im Inland bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 zu senken ist. Damit sollen die Klimaerwärmung und ihre negativen Folgen, wie der Gletscherschwund, begrenzt werden. © Simo Rasanen / Wikipedia

Die Temperaturen steigen weltweit immer mehr an und damit auch das Risiko, dass das Klimasystem aus den Fugen gerät - mit verheerenden Folgen für Mensch und Umwelt. Der Klimaschutz fordert die ganze Welt heraus. Die Schweiz engagiert sich im In- und Ausland mit einer aktiven Politik für die Begrenzung der Klimaerwärmung und die Bewältigung ihrer Folgen.

Screenshot Klimavideo

Videos zur Klimapolitik

Drei Kurzvideos zur Schweizer Klimapolitik: Die Ursachen und Folgen der Klimaveränderung, was jeder Einzelne gegen die Klimaveränderung tun kann sowie warum sich eine CO2-arme Wirtschaft lohnt.

Klimapolitik im Inland

Die Klimaerwärmung wird durch Treibhausgase verursacht. Die Schweiz leistet ihren Beitrag an den international abgestimmten Klimaschutz mit dem CO2-Gesetz. Es verlangt, dass die Emissionen in der Schweiz bis 2020 um 20 Prozent geringer sind als 1990.

Ein wichtiges Instrument ist die 2008 eingeführte CO2-Abgabe auf fossile Brennstoffe. Die CO2-Abgabe ist eine Lenkungsabgabe. Die Einnahmen werden an Bevölkerung und Unternehmen zurückverteilt. Derzeit beträgt diese Abgabe beim Heizöl 84 Franken pro Tonne CO2. Dadurch können bis zu 300 Mio. Franken pro Jahr für CO2-wirksame Massnahmen bei Gebäuden verwendet werden. Eine bessere Isolation von Fenstern, Türen und Fassaden gehört ebenso dazu wie der Ersatz alter Heizungen durch CO2-freie Heizsysteme. Auf diese Weise soll der Gebäudebereich bis 2020 seine Emissionen um 40 Prozent vermindern.

Vom Verkehr werden CO2-Reduktionen von 10 Prozent und von der Industrie von 15 Prozent erwartet. Das CO2-Gesetz berücksichtigt zudem auch die Verringerung von Treibhausgasen in anderen Sektoren wie der Landwirtschaft.

Zusätzlich zur Reduktion der Treibhausgase muss sich die Schweiz auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereiten. Dafür hat der Bundesrat eine nationale Strategie entwickelt und Aktionspläne beschlossen.

Klimapolitik im Ausland

Die Basis für die internationale Klimapolitik ist die UNO-Klimakonvention von 1992. Darin haben sich 193 Staaten verpflichtet, eine gefährliche Störung des Klimasystems zu verhindern, indem sie ihre Emissionen eindämmen.

Eine gewichtige Rolle kommt dem Kyoto-Protokoll zu; einem Zusatz zur Klimakonvention, der die Industrieländer zwischen 2008 und 2012 rechtlich bindend zur Begrenzung ihrer Treibhausgasemissionen verpflichtete. Die Schweiz ist wie die EU und weitere Staaten bereit, sich in einer zweiten Kyoto-Periode bis 2020 zu weiteren Reduktionen von mindestens 20 Prozent zu verpflichten.

An der Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 haben 195 Länder ein rechtlich bindendes Abkommen verabschiedet, das bezweckt, den globalen Anstieg der Temperaturen auf klar weniger als 2 Grad zu begrenzen. Die Schweiz hat sich stark in den Verhandlungen zu diesem Abkommen engagiert. Sie beabsichtigt, den Ausstoß von Treibhausgasen von 2020 bis 2030 um 50 % gegenüber 1990 zu senken. Mindestens 30 % dieser Reduktionen sollen in der Schweiz durch punktuelle Verschärfungen bereits bestehender Maßnahmen erzielt werden. Dazu ist eine Revision des CO2-Gesetzes nötig. Das Vernehmlassungsverfahren wurde im September 2016 eröffnet. Projekte im Ausland sollen den restlichen Beitrag von 20% ans Reduktionsziel leisten.

Weil die Erderwärmung aber im besten Fall auf 2°C begrenzt werden kann, wird die Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels immer wichtiger. Vor diesem Hintergrund unterstützt die Schweiz zum Beispiel den Green Climate Fund. Aus diesem Fonds werden Gelder für Klimaschutz-Projekte in Entwicklungsländern bereitgestellt.

Bundesrätin Doris Leuthard während ihrer Ansprache an der UNO-Nachhaltigkeitskonferenz vom 20. bis 22. Juni 2012 in Rio de Janeiro

Klimakonferenzen der UNO

Die wichtigsten Klimakonferenzen und das Engagement der Schweiz

Chronologie

Datum Ereignis
1. Mai 2000 CO2-Gesetz tritt in Kraft
9. Juli 2003 Beitritt der Schweiz zum Kyoto-Protokoll
16. Februar 2005 Kyoto-Protokoll tritt in Kraft
1. Juli 2007 Verordnung über die CO2-Abgabe tritt in Kraft
ab 1. Januar 2008 CO2-Abgabe auf fossilen Brennstoffen von 12 Franken pro Tonne CO2-Emissionen
ab 1. Januar 2010 Erhöhung der CO2-Abgabe auf fossilen Brennstoffen von 12 auf 36 Franken pro Tonne CO2-Emissionen
Anfang 2010 Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen startet
1. Juli 2012 CO2-Emissionsvorschriften für neue Personenwagen
8. Dezember 2012 UNO-Klimakonferenz in Doha: Einigung zur Weiterführung des Kyoto-Protokolls (Kyoto 2) bis 2020
1. Januar 2013 Verordnung über die Reduktion der CO2-Emissionen tritt in Kraft; revidiertes CO2-Gesetz tritt in Kraft
ab 1. Januar 2014 Erhöhung der CO2-Abgabe auf fossilen Brennstoffen von 36 auf 60 Franken pro Tonne CO2-Emissionen
12. Dezember 2015 UNO-Klimakonferenz in Paris: Verbindliches Abkommen zur Begrenzung des globalen Temperaturanstiegs auf klar weniger als 2 Grad.
ab 1. Januar 2016 Erhöhung der CO2-Abgabe auf fossilen Brennstoffen von 60 auf 84 Franken pro Tonne CO2-Emissionen

Medien

Medienmitteilungen

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Reden

Reden Bundesrätin Doris Leuthard

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Zuständiges Bundesamt

Bundesamt für Umwelt BAFU
Thema Klima

https://www.uvek.admin.ch/content/uvek/de/home/umwelt/klima.html