Mobility Pricing

Mobility Pricing - Dossier
© Keystone/Alessandro della Valle

Der Verkehr wächst seit Jahren. Dadurch kommt es in den Spitzenzeiten zu Engpässen. In der übrigen Zeit sind Strasse und Schiene aber schwach ausgelastet. Der Bund prüft darum, wie die bestehende Infrastruktur besser ausgelastet werden kann. Eine Möglichkeit bietet das Mobility Pricing. Der Bundesrat will darum Pilotprojekte ermöglichen. 

Mit dem Bahnfonds (FABI) und dem für die Strasse vorgesehenen Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF) fliessen mehr Mittel in die Beseitigung von Engpässen. Da Ausbauten in dicht besiedelten Gebieten aber an Grenzen stossen und teuer sind, prüft der Bund ergänzend, welche Möglichkeiten sich mit Mobility Pricing bieten. Es handelt sich um ein langfristig angelegtes Konzept, bei dem viele Aspekte zu klären sind. Damit Mobility Pricing in der Praxis getestet und Pilotprojekte finanziell unterstützt werden können, braucht es eine rechtliche Grundlage dafür. Der Bundesrat hat diese erarbeitet und im Februar 2021 in die Vernehmlassung geschickt.

Verschiedene Regionen haben Interesse an der Durchführung eines Pilotprojekts bekundet. Das UVEK ist daran, 13 dazu eingereichte Projektideen mit den interessierten Kantonen, Gemeinden und Städten zu bereinigen und zu konkretisieren. Gemeldet haben sich die Kantone Aargau, Basel-Stadt, Bern (mit den Städten Bern und Biel), Genf, Jura, Luzern, Thurgau (Frauenfeld), Wallis und Zug sowie die Städte Delémont und Zürich und die Gemeinde Muri (BE).

Was ist Mobility Pricing?

Mobility Pricing hat zum Ziel, Verkehrsspitzen zu brechen und eine gleichmässigere Auslastung der Verkehrsinfrastrukturen zu erreichen.

Mobility Pricing geht mit der Digitalisierung einher. Forschung und Technik machen grosse Fortschritte. Um Verkehrsspitzen zu glätten, lohnt es sich ausserdem, weitere Massnahmen wie flexible Arbeitszeitmodelle, angepasste Unterrichtszeiten, Home Office oder Fahrgemeinschaften zu fördern.

Verkehrsleistungen in Mrd. Personenkilometer (Pkm)

Die Grafik zeigt, wie sich die Verkehrsleistungen zunehmen wird.
Die Verkehrsleistung wird gemäss Verkehrsperspektiven des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) weiter zunehmen.

Die nächsten Schritte

Im Dezember 2019 hat der Bundesrat das UVEK beauftragt, Kantone sowie Städte und Gemeinden zu suchen, die Pilotprojekte mit Mobility Pricing durchführen möchten. Daran anknüpfend hat der Bundesrat im Februar 2021 die Vernehmlassung für eine Vorlage eröffnet, mit der die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden sollen zur Durchführung solcher Pilotprojekte.

Aktuell liegen zehn Projektskizzen zu Pilotprojekten aus unterschiedlichen Regionen vor. Dies zeigt, dass Kantone und Städte neue und innovative Lösungen testen möchten. Die Projekte fokussieren derzeit aber noch stark auf den Strassenverkehr. Das UVEK beabsichtigt deshalb, in einem nächsten Schritt die Projektskizzen auf eine breitere Basis zu stellen und sie namentlich um zusätzliche ÖV-Elemente zu erweitern, damit der Einbezug der verschiedenen Verkehrsträger sichergestellt ist. Gleichzeitig werden Machbarkeitsstudien zu Pilotprojekten durchgeführt. Nach Abschluss dieser Arbeiten wird der Bundesrat über das weitere Vorgehen entscheiden.

Mobility Pricing-Instrumente werden nicht von heute auf morgen eingeführt. Es handelt sich um ein langfristig angelegtes Konzept. Der Bund rechnet mit einem Zeithorizont von 15 Jahren.

Zuständige Bundesämter

Bundesamt für Strassen ASTRA

Thema Mobility Pricing

Bundesamt für Verkehr BAV

https://www.uvek.admin.ch/content/uvek/de/home/verkehr/mobility-pricing.html