Mobility Pricing

Mobility Pricing
Pendler im Stossverkehr im Berner Bahnhof © KEYSTONE/Alessandro della Valle

Der Verkehr wächst seit Jahren. Dadurch kommt es in den Spitzenzeiten zu Engpässen. In der übrigen Zeit sind Strasse und Schiene aber schwach ausgelastet. Der Bund prüft darum ergänzend zu Ausbauten, wie die bestehende Infrastruktur besser ausgelastet werden kann. Eine Möglichkeit bietet Mobility Pricing. Der Bundesrat hat das UVEK beauftragt, zusammen mit interessierten Kantonen und Gemeinden die Durchführung von Pilotprojekten zu prüfen.

Mit dem Bahnfonds (FABI) und dem für die Strasse vorgesehenen Nationalstrassen- und Agglomerationsverkehrsfonds (NAF) fliessen mehr Mittel in die Beseitigung von Engpässen. Da Ausbauten in dicht besiedelten Gebieten aber an Grenzen stossen und teuer sind, prüft der Bund ergänzend, welche Möglichkeiten sich mit Mobility Pricing bieten. Es handelt sich um ein langfristig angelegtes Konzept, bei dem viele Aspekte zu klären sind. Der Bundesrat hat den dazu gehörenden Konzeptbericht im Juni 2016 gutgeheissen und das UVEK beauftragt, mit interessierten Gebieten die Durchführung von Pilotprojekten zu prüfen. So können Erfahrungen gesammelt werden.

Was ist Mobility Pricing?

Mobility Pricing hat zum Ziel, Verkehrsspitzen zu brechen und eine gleichmässigere Auslastung der Verkehrsinfrastrukturen zu erreichen. Es ist ein verkehrsträgerübergreifendes Konzept, das Strasse und Schiene umfasst. Es unterscheidet sich damit vom Road Pricing, das ausschliesslich auf den Strassenbereich fokussiert (z.B. London oder Stockholm). Mobility Pricing ist für den Bund ein Instrument zur Lösung von Kapazitätsproblemen und nicht zur Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur.

Mobility Pricing geht mit der Digitalisierung einher. Forschung und Technik machen grosse Fortschritte. Um Verkehrsspitzen zu glätten, lohnt es sich ausserdem, weitere Massnahmen wie flexible Arbeitszeitmodelle, angepasste Unterrichtszeiten, Home Office oder Fahrgemeinschaften zu fördern.

Grundprinzipien von Mobility Pricing

Wachsende Mobilität als Herausforderung

Die Mobilität steigt sowohl im motorisierten Individualverkehr als auch im öffentlichen Verkehr stark an. Das liegt unter anderem am hohen Wohlstand, am Bevölkerungswachstum und an der zunehmenden Trennung von Wohn- und Arbeitsort. Den Prognosen zufolge wird die Verkehrsleistung auf Strasse und Schiene bis 2030 insgesamt um rund einen Viertel wachsen. Die Auslastung variiert jedoch stark: Während es am Morgen und Abend eng wird, gibt es während der anderen Tageszeiten freie Kapazitäten.

Verkehrsleistungen in Mrd. Personenkilometer (Pkm)

Die Grafik zeigt, wie sich die Verkehrsleistungen zunehmen wird.
Die Verkehrsleistung wird gemäss Verkehrsperspektiven des Bundesamts für Raumentwicklung (ARE) weiter zunehmen.

Auslastung zu Spitzenzeiten

Die Grafik zeigt eine deutlich stärkere Auslastung der Nationalstrasse (Streckenabschnitt Grauholz/Bern) morgens und am Feierabend als während des restlichen Tages, ca. plus 50% mehr (in Anzahl Motorfahrzeuge pro Stunde).
Nationalstrasse: Durchschnittlicher Werktagsverkehr bei Schönbühl, Autobahn A1 (2013)
Die Grafik zeigt eine deutlich stärkere Auslastung des Schienenverkehrs (Hauptbahnhof Zürich) morgens und am Feierabend als während des restlichen Tages, ca. doppelt so hoch. (in Anzahl Ein- und Aussteiger pro Stunde)
Schiene: Ein- und Aussteiger Zürich HB und Haltestellen im Umfeld (2012)

Die nächsten Schritte

Das UVEK wird mit interessierten Gebieten die Möglichkeit von Pilotprojekten prüfen. Mehrere Kantone und Gemeinden haben im Rahmen der Anhörung bereits ihr Interesse signalisiert. Parallel dazu werden die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt. Für Pilotprojekte braucht es zumindest ein befristetes Bundesgesetz. Mit zeitlich befristeten Pilotversuchen können wichtige Fragen geklärt werden, etwa wie Mobility Pricing konkret ausgestaltet werden soll und wie es wirkt.

Mobility Pricing-Instrumente werden nicht von heute auf morgen eingeführt. Es handelt sich um ein langfristig angelegtes Konzept. Der Bund rechnet mit einem Zeithorizont von 15 Jahren.

Zuständige Bundesämter

Bundesamt für Strassen ASTRA

Thema Mobility Pricing

Bundesamt für Verkehr BAV

https://www.uvek.admin.ch/content/uvek/de/home/verkehr/mobility-pricing.html