Sicherheit im Verkehr

Radargerät, das an einer Autobahn angebracht ist
Der Bund sorgt mit verschiedenen Massnahmen dafür, die Sicherheit im Verkehr zu erhöhen - für die Strasse zum Beispiel mit dem „Via sicura“-Paket, für den öffentlichen Verkehr mit strengen Vorschriften und Zulassungsverfahren. © METAS

Wer mit dem Auto oder der Bahn unterwegs ist, soll rasch, zuverlässig und auch sicher ans Ziel kommen. Für den Strassenverkehr hat der Bund dazu das Verkehrssicherheitsprogramm „Via sicura“ gestartet. Im öffentlichen Verkehr gewährleistet der Bund mit seiner Aufsichtstätigkeit und verschiedenen Massnahmen ein sehr hohes Sicherheitsniveau.

Tödlich verunfallte Personen nach Verkehrsträgern: Die Grafik zeigt eine starke Abnahme der tödlichen Unfälle seit den 1970er Jahren, insbesondere im Strassenverkehr.
Quelle: Bundesamt für Statistik BSF: "Verkehrsunfälle in der Schweiz 2015"


Die Sicherheit im Verkehr konnte in den letzten Jahren stark verbessert werden. Unfälle lassen sich aber nie ganz vermeiden. Im Jahr 2016 sind auf Schweizer Strassen 216 Menschen getötet worden. 3785 Personen wurden schwer verletzt. Bei Unfällen im öffentlichen Verkehr starben im Jahr 2015 32 Personen; bei Flugunfällen waren es 2 Personen im Jahr 2014. Seit den 1970er Jahren ist die Anzahl Todesopfer bei den Hauptverkehrsträgern deutlich zurückgegangen.

Sicherheit im Strassenverkehr

Ziel des Verkehrssicherheitsprogramms "Via sicura" ist es, die Zahl der Verkehrsopfer um rund einen Viertel zu senken. Mit verschiedenen Massnahmen sollen vor allem die bestehenden Vorschriften besser durchgesetzt und die grössten Unfallschwerpunkte beseitigt werden. Darüber hinaus wird die Prävention verstärkt. Die Massnahmen werden gestaffelt in Kraft gesetzt.

Massnahmenpakete von „Via Sicura"

Massnahmen der ersten beiden Pakete von "Via sicura" werden seit dem 1. Januar 2013 bzw. seit dem 1. Januar 2014 umgesetzt. Zwei weitere Massnahmen treten im Verlaufe des Jahres 2016 in Kraft:

  • Qualitätssicherung bei der Fahreignungsabklärung und Aktualisierung der medizinischen Mindestanforderungen (Juli 2016)
  • Alkohol im Strassenverkehr: Beweissichere Atemprobe statt Blutprobe (Oktober 2016)

Die Umsetzung weiterer Massnahmen von «Via sicura» ist für 2017 geplant. Dabei geht es um folgende Verbesserungen:

  • Obligatorische Nachschulung von fehlbaren Fahrzeuglenkern und Fahrzeuglenkerinnen
  • Atemalkohol-Wegfahrsperre für Personen, denen der Führerausweis auf unbestimmte Zeit wegen Fahrens in angetrunkenem Zustand entzogen wurde.
  • Einsatz von Datenaufzeichnungsgeräten (Blackbox) bei Geschwindigkeitstätern, denen der Führerausweis für mindestens zwölf Monate oder auf unbestimmte Zeit wegen Missachtung von Geschwindigkeitsvorschriften entzogen wurde.

Chronologie

November 2005

Bundesrat beschliesst, „Via sicura" anzugehen.
Oktober 2010
Bundesrat verabschiedet die Botschaft zu „Via sicura".

Juni 2012

Verabschiedung der Vorlage durch das Parlament

1. Januar 2013

Die ersten Massnahmen von „Via sicura" treten in Kraft.

ab 1. Januar 2014

Das zweite Paket von Massnahmen wird umgesetzt.
ab 2015
Die restlichen Massnahmen treten in Kraft.

Sicherheit im öffentlichen Verkehr

Die Sicherheitsaufsicht des Bundesamts für Verkehr BAV umfasst vier Bereiche:

  • Überwachung
    Das BAV überprüft während der Betriebsphase, ob die Unternehmen ihre Verantwortung für die Sicherheit wahrnehmen. Dabei setzt das BAV dort Schwerpunkte, wo es das Risiko am höchsten einstuft. Dem Amt stehen folgende Instrumente zur Verfügung:
    1. Audits
    2. Betriebskontrollen
    3. Inspektionen
  • Marktüberwachung
    Anbieter von Produkten für den Bahnverkehr müssen nachweisen, dass diese die Anforderungen erfüllen, die bezüglich Sicherheit festgelegt wurden. Mit seiner Marktüberwachung überprüft das BAV risikoorientiert, dass sie dieser Verpflichtung nachkommen.
  • Sicherheitsrelevante Bestimmungen
    Gestützt auf Erkenntnisse aus der Aufsicht sowie zahlreiche weitere Informationen passt das Amt bei Bedarf die Regeln, Normen und Vorgaben an oder regt entsprechende Änderungen an. Beispielsweise hat es eine Frist für die Sanierung nicht vorschriftskonformer Bahnübergänge gesetzt, weil sich dort immer wieder Unfälle ereignet haben.
  • Bewilligungen und Zulassungen
    Das BAV nimmt auch eine präventive Aufsicht wahr. Es prüft zum Beispiel in Plangenehmigungs- und Zulassungsverfahren, ob die geplanten Anlagen oder neues Rollmaterial sicher sind.

Zuständige Bundesämter

Bundesamt für Strassen ASTRA
Thema Via sicura

Bundesamt für Verkehr BAV
Thema Sicherheit

Bundesamt für Zivilluftfahrt BAZL
Thema Sicherheit

https://www.uvek.admin.ch/content/uvek/de/home/verkehr/sicherheit-im-verkehr.html