Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft

Die Abholzung von Regenwäldern, die Überbauung von Naturflächen und immer heissere und trockenere Sommer zeigen uns deutlich: Die Menschheit lebt ökologisch auf zu grossem Fuss. Sie verbraucht zu viele natürliche Ressourcen wie Wasser, Boden, Luft und Rohstoffe – oder zerstört sie sogar. Als Folge davon befinden sich Klimastabilität und Ökosysteme weltweit an den Grenzen ihrer Belastbarkeit. Die Schweiz trägt durch ihren hohen Ressourcenverbrauch pro Person dazu bei – im In- und Ausland. Dadurch steigt das Risiko von negativen Auswirkungen auf die Lebensqualität und das Wirtschaftssystem.

Es ist unabdingbar, die natürlichen Ressourcen effizienter und schonender einzusetzen und ihren Verbrauch auf ein naturverträgliches Mass zu senken. In der Schweiz und international spielt Ressourcenschonung eine immer wichtigere Rolle und der Cleantech-Sektor ist eine der am stärksten wachsenden Branchen. Doch der Ressourcenverbrauch steigt weiterhin an und es bleibt viel zu tun.

National

Der Bericht «Massnahmen des Bundes für eine ressourcenschonende, zukunftsfähige Schweiz (Grüne Wirtschaft)» 2020 zieht Bilanz zur Ressourcennutzung der Schweiz im In- und Ausland und zur Umsetzung der Massnahmen 2016 bis 2019. Die Massnahmen unterstützen das eigenverantwortliche Engagement von Privatwirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft zur Schonung der natürlichen Ressourcen. Ressourcenschonung betrifft alle Politikbereiche. Diese Massnahmen verstehen sich als Ergänzung zu weiteren Politiken, wie der Klima- und Energiepolitik. Sie setzen bei drei Bereichen an:

  • Konsum und Produktion: Der Konsum und die Herstellung von Produkten verbrauchen viele natürliche Ressourcen und belasten die Umwelt. Wichtig für die Entstehung ressourcenschonender Produktionsmethoden und Geschäftsmodelle sind Transparenz und Standards bei ökologisch wichtigen Rohstoffen sowie das Wissen und darauf aufbauende nachhaltige Entscheidungen von Unternehmen sowie Konsumentinnen und Konsumenten. Bei der Zusammenarbeit zwischen Staat und Privatwirtschaft spielen klare und ambitionierte Ziele eine wichtige Rolle.
  • Abfälle und Rohstoffe: Die Gewinnung von Rohstoffen sowie die Entsorgung nicht mehr gebrauchter Produkte können die Umwelt erheblich belasten. Zudem können durch den falschen Umgang mit Abfällen wertvolle Rohstoffe verloren gehen. Jährlich fallen in der Schweiz rund 700 kg Abfälle pro Kopf an. Dies sind 200 kg mehr als im OECD-Durchschnitt. Die Vermeidung von Abfällen und Schliessung von Stoffkreisläufen ist also sehr wichtig, um den Ressourcenverbrauch und die damit verbundene Umweltbelastung zu reduzieren.
  • Übergreifende Instrumente: Der Dialog mit Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, eine Fortschrittmessung anhand klarer Ziele, die Weiterführung des internationalen Engagements und nachhaltige Finanzen. Dies sind alles wichtige Bereiche zur Stärkung von Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft.

Künftig soll der Fokus vermehrt auf die Verbesserung der Ressourceneffizienz und die Förderung der Kreislaufwirtschaft gelegt werden. Der Bundesrat hat das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK beauftragt, unter Einbezug des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung WBF und des Eidgenössischen Finanzdepartements EFD Vorschläge für ein Massnahmenpaket zu unterbreiten. Aufgrund des engen Zusammenhangs mit der parlamentarischen Initiative «Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken» sollen die Vorschläge darauf abgestimmt und anschliessend – voraussichtlich 2024 – vorgelegt werden. Weiter gilt es das Zusammenspiel mit anderen relevanten nationalen und internationalen Entwicklungen zu beachten. Relevant sind beispielsweise die Entwicklungen auf EU-Ebene («Green Deal») und parlamentarische Vorstösse in der Schweiz.

International

Auch auf globaler Ebene sind die Übernutzung der natürlichen Ressourcen und die dadurch steigenden Risiken anerkannt: Nachhaltiger Konsum und Produktion sind ein zentrales Element der UNO-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung (SDG 12).

Die Schweiz engagiert sich weltweit für mehr Nachhaltigkeit – auch vor dem Hintergrund, dass rund 73 Prozent der Umweltbelastung unseres Konsums nicht im In-, sondern im Ausland entsteht. Das BAFU beteiligt sich an internationalen Initiativen für eine grüne und ressourcenschonende Wirtschaft und tauscht Erfahrungen mit anderen nationalen Programmen aus. Dieses Engagement entspricht nicht nur der ökologischen Verantwortung der Schweiz, sondern dient auch den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessen unseres Landes. 

Wirtschaftliche Aspekte

Durch ressourcenschonende Geschäftsmodelle und Produkte («Cleantech») erschliessen Schweizer Unternehmen weltweit neue Absatzmärkte. Wichtige Impulse gehen zum Beispiel vom europäischen «Green Deal» und der EU-Kreislaufwirtschaftsstrategie aus. 

Cleantech-Branche

In der Schweiz ist die Cleantech-Branche zu einem bedeutenden Wirtschaftszweig geworden. Zwischen 2000 und 2018 ist die Cleantech-Branche schneller gewachsen als die Schweizer Gesamtwirtschaft, und zwar sowohl in Bezug auf die Wertschöpfung als auch im Hinblick auf die Arbeitsplätze: In dieser Zeit hat sich die Wertschöpfung dieses Sektors von 16,6 auf 30,8 Milliarden Franken praktisch verdoppelt, der Anteil am Bruttoinlandprodukt (BIP) erhöhte sich von 3,6 auf 4,5 Prozent, und die Zahl der Arbeitsplätze stieg von 130'000 auf 211'000 Vollzeitäquivalente (+62 %) beziehungsweise von 3,8 auf 5,2 Prozent der Gesamtbeschäftigung. Ihre Dynamik verdankt die Branche in erster Linie den Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Produktion erneuerbarer Energien sowie der energetischen Sanierung des Gebäudeparks, wozu neben der Isolierung bestehender Bauten auch die Errichtung zertifizierter Gebäude mit niedrigem Energieverbrauch zählt.

Medien

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Zuständiges Bundesamt

Bundesamt für Umwelt BAFU
Thema Wirtschaft und Konsum

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