Stromversorgungssicherheit

Die sichere Versorgung mit Strom ist sowohl für die Wirtschaft als auch für die Bevölkerung in der Schweiz wichtig. Das Potenzial der erneuerbaren Energieträger ist ausreichend gross, um den Energiebedarf in der Schweiz zu decken. Der Bundesrat will dieses Potenzial nutzen und die einheimische Stromproduktion fördern und so die Versorgungssicherheit stärken.  

Der Bundesrat hat deshalb verschiedene Massnahmen für einen raschen Ausbau und für den effizienten Einsatz von Energie in die Wege geleitet. Damit will er gute Rahmenbedingungen für die Bevölkerung, die Wirtschaft und die Energieversorgungsunternehmen schaffen.

Grafik «Übersicht zur Energie- und Klimapolitik»

Grafik «Übersicht zur Energie- und Klimapolitik» (PDF, 96 kB, 16.02.2022)PDF mit Links zu den aktuellen Bundesrats-Medienmitteilungen zu den Themen Energie, Klima und Beschleunigungsvorlage

Gesetz über die sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien

Der Bundesrat will die einheimischen erneuerbaren Energien ausbauen und die Versorgungssicherheit stärken. Er schlägt vor, die Speicherwasserkraft auszubauen und für Strom im Winter eine Versicherung zu schaffen: Energieunternehmen sollen entschädigt werden, wenn sie Wasser als Reserve in den Stauseen zurückbehalten. Damit diese Versicherungslösung bereits im nächsten Winter eingesetzt werden kann, soll der Bundesrat eine entsprechende Verordnungsänderung noch in diesem Jahr in Kraft setzen.

Beschleunigung von Verfahren

Die Verfahren für den Bau grosser Wasser- und Windkraftanlagen dauern heute oft lang. Weil solche Projekte für die Schweizer Stromproduktion sehr wichtig sind, möchte der Bundesrat die Verfahren beschleunigen. Er schlägt deshalb vor, die Planungs- und Bewilligungsverfahren für die bedeutendsten Anlagen der Wasserkraft und der Windenergie zu vereinfachen und zu straffen, ohne Abstriche beim Natur-, Umwelt- und Denkmalschutz zu machen. Zusätzlich will der Bundesrat den Ausbau der Photovoltaik vorantreiben, indem auf geeigneten Neubauten künftig konsequent Photovoltaikanlagen installiert werden und diese Investitionen steuerlich abgezogen werden können. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 2. Februar 2022 eine entsprechende Vorlage in die Vernehmlassung gegeben.  

Fragen und Antworten

Hier finden Sie die Antworten auf die häufigsten Fragen zum beschleunigten Verfahren für grosse Energieanlagen.

Runder Tisch Wasserkraft

Vertreterinnen und Vertreter wichtiger Akteure im Bereich der Wasserkraft haben an einem runden Tisch eine gemeinsame Erklärung unterzeichnet. Sie beinhaltet eine Liste mit den 15 meistversprechenden Speicherwasserkraftprojekten. Mit der Realisierung dieser Projekte könnten 2 TWh Speicherwasserkraft bis 2040 zugebaut werden.

Zwei Energie-Reserven für ausserordentliche Engpässe

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 16. Februar 2022 Massnahmen zur Stärkung der Stromversorgungssicherheit beschlossen. Er hat das UVEK beauftragt, die für den Bau und Betrieb von Spitzenlast-Gaskraftwerken notwendigen Bestimmungen zu erarbeiten. Die Gaskraftwerke sollen für den Fall von ausserordentlichen Knappheitssituationen verfügbar sein und sie sollen klimaneutral betrieben werden. Der Bundesrat will ausserdem bereits ab Winter 2022/23 eine Wasserkraftreserve einrichten. Diese beiden Energie-Reserven könnten die Stromproduktion insbesondere im Winter stärken. Der Bundesrat stützt sich bei seinen Beschlüssen auf das «Konzept Spitzenlast-Gaskraftwerk» der Eidgenössischen Elektrizitätskommission ElCom ab. Dieses beinhaltet als Ergänzung zur Wasserkraftreserve den Bau von zwei bis drei Gaskraftwerken.

Ansetzen will der Bundesrat nicht nur auf der Produktionsseite, er bereitet auch Massnahmen vor, die sicherstellen, dass der vorhandene Strom ökonomischer eingesetzt wird. Er will unter anderem zusätzliche Fördermittel bereitstellen, damit die ineffizienten Elektroheizungen rascher durch klimafreundliche und effiziente Heizungen ersetzt werden. Diese Massnahme ist mit den Kantonen zu konkretisieren. Zudem sollen die Mindestanforderungen an die Effizienz von elektrischen Geräten erhöht werden.

Fragen und Antworten

Hier finden Sie die Antworten auf die häufigsten Fragen zu den Lösungen für die Stromversorgungssicherheit

Sichere Stromversorgung im internationalen Kontext

Pentalaterales Energieforum

Die Schweiz hat im Dezember 2021 gemeinsam mit 6 EU-Ländern (Pentalaterales Energieforum), darunter Deutschland, Frankreich und Österreich, eine gemeinsame Erklärung zur Vorsorge von Stromkrisen unterzeichnet. Es wurde vereinbart, zur Vorbeugung von Stromkrisen eng zusammenzuarbeiten.

Technische Verhandlungen Netzwerkbetreiber

Ein stabiles Netz ist wichtig für die sichere Versorgung mit Strom. Die nationale Netzgesellschaft Swissgrid sorgt für den sicheren Betrieb des Übertragungsnetzes der Schweiz . Das Schweizer Stromnetz ist eng mit dem europäischen verknüpft. Es ist daher wichtig, dass die Schweiz in den Kapazitätsberechnungen für den grenzüberschreitenden Stromhandel mitberücksichtigt wird. Dies ist mit der neuen Regulation der EU nicht gewährleistet. Im Dezember 2021 konnte Swissgrid mit einer technischen Vereinbarung, einem privatrechtlichen Vertrag mit der wichtigen Kapazitätsberechnungsregion «Italy North», die Sicherheit des schweizerischen Stromnetzes an der Südgrenze der Schweiz besser absichern. Dieser Vertrag muss allerdings jährlich von den EU-Regulatoren erneut genehmigt werden.

Berichte von Elcom und Swissgrid zum Thema Versorgungssicherheit

Im Auftrag des Bundesrats haben die ElCom und die nationale Netzgesellschaft Swissgrid die Auswirkungen des fehlenden Stromabkommens mit der EU analysiert und kurz- bis mittelfristig umsetzbare Massnahmen zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit und der Netzstabilität ausgearbeitet. Vor dem Hintergrund dieser Analysen treibt der Bundesrat die Vorsorgeplanung für die Stromversorgungssicherheit weiter voran.  

Rettungsschirm für systemkritische Stromunternehmen

Der Krieg in der Ukraine führt zu starken Preisausschlägen. Die Stromunternehmen brauchen deswegen mehr finanzielle Mittel, um die mit dem Stromhandel verbundenen Sicherheitsleistungen zu decken. Dadurch erhöht sich ihr Liquiditätsbedarf. Ein unkontrollierter Ausfall eines grösseren Unternehmens könnte die Versorgungssicherheit der Schweiz gefährden und eine Kettenreaktion nach sich ziehen. Das will der Bundesrat vermeiden. Er hat daher beschlossen, einen Rettungsschirm für systemkritische Stromunternehmen zu schaffen.  

Medien

Medienmitteilungen

Zur Darstellung der Medienmitteilungen wird Java Script benötigt.

Reden

Reden von Bundesrätin Simonetta Sommaruga

Zur Darstellung der Medienmitteilungen wird Java Script benötigt.

Anlässe

Rückblick Anlässe Bundesrätin Simonetta Sommaruga

World Economic Forum (WEF)
Davos, 22. Mai 2022
IEA-Ministerkonferenz
Paris, 24. März 2022
Arbeitsbesuch in den Niederlanden
Den Haag und Rotterdam, 22./23. März 2022
Besuche vor Ort: Klimaschutz
Diverse Orte und Daten
AlpinSolar-Projekt
Linthal (Glarus), 8. Oktober 2021

Zuständiges Bundesamt

Bundesamt für Energie BFE
Thema Stromversorgungssicherheit

https://www.uvek.admin.ch/content/uvek/de/home/energie/stromversorgungssicherheit.html