Tag der Freiwilligenarbeit

Bern, 05.12.2017 - Botschaft von Bundespräsidentin Doris Leuthard, 5. Dezember 2017

Sehr geehrte Damen und Herren

Der Schweiz geht es gut. Wir leben im Wohlstand und viele von uns müssen sich wenig materielle Sorgen machen.

Doch der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Er braucht auch Zuwendung, Fürsorge, den Austausch mit anderen Menschen.

Niemand pflegt diese Werte besser als jene, die tagtäglich Freiwilligenarbeit erbringen.

Deshalb ist es mir ein Anliegen, am heutigen 5. Dezember, dem Tag der Freiwilligenarbeit, diesen Menschen meine Anerkennung auszudrücken und zu danken für das beherzte Engagement:

  • in Vereinen;
  • in der Familie;
  • in der Politik
  • oder in anderen Organisationen.

Gut vier von zehn Personen übernehmen in unserem Land Freiwilligenarbeit.

700 Millionen Stunden an unbezahlten Tätigkeiten werden pro Jahr geleistet.

Würde jede Stunde mit 50 Franken honoriert, käme man auf die Zahl von 35 Milliarden Schweizer Franken. Eine stattliche Summe – ein grosses Engagement, das wir nie mit Geld aufwiegen könnten!

Der Staat ist angewiesen auf Menschen, die sich freiwillig für die Gesellschaft einsetzen. Er kann zwar organisieren und Regeln erlassen.

Zusammenhalt, der „soziale Kitt“ aber lässt sich nicht staatlich verordnen.

Ich habe selber früher in diversen Vereinen, Verbänden und der Politik mitgestalten und Gemeinschaft erleben dürfen. Heute darf ich als Bundespräsidentin immer wieder den Reichtum erleben, der sich aus der freiwilligen Arbeit entfaltet – sei es an einer Sportveranstaltung, an einem Trachtenfest, beim Einsatz der Feuerwehr, sei es bei der freiwilligen Betreuung von älteren Menschen, Behinderten oder Flüchtlingen.

Besonders bewegt mich, wie die Solidarität zwischen den Generationen spielt: Grosseltern kümmern sich um ihre Enkel – Kinder betreuen ihre pflegebedürftigen Eltern.

Ebenso beeindruckt mich, wie Vereine ihren Nachwuchs fördern und so eine sinnstiftende Freizeitbeschäftigung offerieren. Viele Traditionen bleiben dank diesem Einsatz erhalten.

Der Erfolg des freiwilligen Engagements liegt darin, dass es auf kurzem Dienstweg, unkompliziert, oft spontan und ohne materielle Hintergedanken vollbracht wird.

Das zu erhalten ist unsere Aufgabe.

Rufen wir uns deshalb in Erinnerung, um was es bei der Freiwilligenarbeit vor allem geht: um den Einsatz von Menschen für Menschen.

Diese Menschen prägen das Bild der Schweiz.

Sie sind stille Schaffer im Dienst der Gemeinschaft.

Sie sind ein Stück der Schweizer Kultur.

Ich versichere Ihnen, es lohnt sich, anderen etwas Gutes zu tun.

Ich danke Ihnen für Ihren Dienst an unserer Gemeinschaft – für eine erfolgreiche Schweiz.


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