Verkehr und Raumordnung

Stadtteil / Agglomeration im Halbdunkel mit erleuchteten Strassen und Gebäuden
Durch eine bessere Abstimmung zwischen Raumplanung und Vekehrsprojekten kann das Bedürfnis der Bevölkerung nach Mobilität erfüllt und die Beanspruchung des Bodens in Grenzen gehalten werden.

Raumordnung und Mobilität hängen eng zusammen. Die Raumplanung und die daraus resultierenden Siedlungsformen beeinflussen das Verkehrsverhalten. Mit geeigneten Massnahmen kann die Raumentwicklungspolitik die nachhaltige Mobilität fördern.


Energiegesetz (EnG)

Am 21. Mai 2017 entscheidet das Stimmvolk über das revidierte Energiegesetz. Es dient dazu, den Energieverbrauch zu senken, die Energieeffizienz zu erhöhen und die erneuerbaren Energien zu fördern. Zudem wird der Bau neuer Kernkraftwerke verboten.

Dossier: Abstimmung zum Energiegesetz
 

Raumentwicklung und Mobilität
© ARE

Die Raumentwicklungspolitik des Bundes, die kantonale Richtplanung und die Kommunalplanung beeinflussen - nebst anderen Faktoren - die räumlichen Verhältnisse, insbesondere die Siedlungsstruktur. Damit wirkt die Raumplanung indirekt auch auf das Mobilitätsverhalten der Einwohner ein.

Viele Verkehrsprojekte zielen heute nicht (oder nicht nur) auf Reisezeitgewinne oder Kapazitätssteigerungen, sondern auch auf eine bessere Abstimmung von Verkehrs- und Siedlungsentwicklung. Der Aus- oder Umbau des Verkehrssystems soll die bestehende Siedlungsstruktur funktionsfähiger halten und weiterentwickeln.

Kompakte und klar begrenzte Siedlungen reduzieren den Verkehr

Die räumlichen Bedingungen in der Wohngemeinde und die Mobilität von Personen hängen eng zusammen. Höhere Siedlungsdichten sowie Dienstleistungseinrichtungen und Läden in der Nähe der Wohnung helfen beispielsweise, das Verkehrswachstum in Grenzen zu halten. Die Tagesdistanz pro Person und Tag, ein zentraler Indikator für den Verkehrsaufwand, ist jeweils niedriger:

  • bei höherer Siedlungsdichte in der Wohngemeinde wie auch im Wohnquartier
  • bei geringerer Distanz der Wohnungen zu Versorgungseinrichtungen wie Läden, Post, Bank, Arzt, Apotheke
  • bei Bewohnern von Mehrfamilienhäusern
  • mit zunehmender Grösse der Wohngemeinde

Diese Bedingungen tragen gleichzeitig dazu bei, dass der Besitz eines Personenwagens für die betreffenden Haushalte weniger notwendig ist. So ergeben sich beträchtliche Unterschiede: Personen aus wenig dichten Quartieren am Agglomerationsrand haben bei gleichem sozio-ökonomischen Profil einen mindestens 40 Prozent höheren täglichen Kilometeraufwand als Bewohner verdichteter städtischer Quartiere, die über kurze Distanzen zu wichtigen Infrastruktur- und Dienstleistungseinrichtungen verfügen.

Mobilität lenken durch Raumentwicklung

Die Eigenschaften der Raumstruktur - wie die Siedlungsdichte, die Distanz der Wohnung zu Infrastruktur- und Dienstleistungen und die verfügbaren Verkaufsflächen des Detailhandels - hängen statistisch signifikant mit den täglich zurückgelegten Distanzen der Einwohner und mit der Verkehrsmittelwahl zum Einkaufen zusammen. Auch der Besitz bzw. die Verfügbarkeit von Personenwagen und Abonnementen des öffentlichen Verkehrs ist von Merkmalen der Raumstruktur abhängig. In Bezug auf die täglich zurückgelegten Distanzen der Bewohner sind markante Unterschiede zwischen den Siedlungstypen feststellbar. Diese Ergebnisse unterstreichen die Wichtigkeit von planerischen Ansätzen.

Ausgehend vom Raumkonzept Schweiz als Orientierungsrahmen und Entscheidungsgrundlage soll die Siedlungsentwicklung nach innen und eine qualitativ hochwertige bauliche und räumliche Verdichtung gezielt gefördert werden. Das Bevölkerungswachstum soll im urbanen Raum auf kompakte Agglomerationen und im ländlichen Raum auf regionale Zentren gelenkt werden. So ist es möglich, dank koordinierter Raumentwicklung eine nachhaltige Mobilität zu erwirken.

https://www.uvek.admin.ch/content/uvek/de/home/raumentwicklung/verkehr-und-raumordnung.html