1.-August-Rede

Bern, 01.08.2020 - Ansprache von Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga anlässlich des Nationalfeiertags am 1. August

(es gilt das gesprochene Wort) 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger

Sehr viele von Ihnen haben dem Bundesrat in den letzten Wochen geschrieben.
Viele haben dem Bundesrat Mut gemacht, andere haben Vorwürfe geäussert.
Sie haben sich bedankt, und sie haben um Hilfe gebeten. Der Brief eines Bergbauern hat mich besonders berührt. Die Corona-Krise habe uns alle getroffen, schrieb er. Solidarität sei gefragt. Ins Couvert hatte er einen Teil seiner AHV-Rente gelegt. Das Geld ist mittlerweile bei jenen, die es nötig haben.

In den schwierigen Wochen, die wir hinter uns haben, hat mir dieser Brief beispielhaft gezeigt: Die Schweiz „verhäbt“; das heisst: sie hält stand und sie hält zusammen. Genau wie der Bergbauer haben es viele Menschen im ganzen Land gemacht. Sie haben einander unterstützt.

Dafür möchte ich heute „danke“ sagen. Danke all jenen, die für ältere Nachbarn eingekauft haben. Danke allen, die dafür gesorgt haben, dass unser Land trotz Corona nie stillgestanden ist: Dem Personal in den Spitälern und im Verkauf, den Bähnlern und Lastwagenfahrern, den Landwirten und Bauarbeitern, den Pflegerinnen in den Altersheimen. Sie alle und viele mehr sind für uns dagewesen.

Die Schweiz „verhäbt“, und zwar auch in einer schwierigen Situation. Wir hatten genügend Strom, die Müllabfuhr hat weiter funktioniert, die Schulen haben sich neu organisiert. Und der Bund hat zu unseren Betrieben geschaut. Auch die Gemeinden und Kantone waren da. Es gab Orte, da hat die Gemeindepräsidentin jeden älteren Einwohner persönlich angerufen.

Gleichzeitig ist der Handel mit unseren Nachbarstaaten nie abgerissen. Der neue Computer ist auch während Corona aus dem Ausland gekommen, genauso wie das Olivenöl; und wir haben unsere Maschinen und Medikamente weiter nach Europa und in die Welt verkauft.

All das war wichtig. Denn die Schweiz ist auf diesen Austausch angewiesen. Wir brauchen unsere Nachbarn im Quartier, und wir brauchen gute und stabile Beziehungen zu unseren europäischen Nachbarn. Heute und in Zukunft.

Das Corona-Virus prägt unseren Alltag noch immer. Die Ansteckungen nehmen derzeit zu. Deshalb bleiben wir vorsichtig. Es ist jetzt wieder jede und jeder Einzelne von uns gefordert. Und es braucht den Bund und die Kantone. Nur gemeinsam können wir die erneute Verbreitung des Virus stoppen. Das haben uns die letzten Monate gezeigt, und das macht Mut.

Die Schweiz „verhäbt“. Wenn es drauf ankommt, sind wir mehr als 26 Kantone und achteinhalb Millionen Einwohnerinnen und Einwohner: Wir sind ein Land – mitten in Europa. Die Schweiz, das sind wir.

Später einmal wird man wohl sagen: 2020 war das Corona-Jahr.
Hoffentlich wird man auch sagen: Es war das Jahr der Solidarität.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, ich wünsche Ihnen allen von Herzen eine schöne 1.-August-Feier!


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